17-Jährige ist in stabilem Zustand

Beim Flugzeugabsturz im Engadin kamen drei Personen ums Leben, eine Jugendliche wurde schwer verletzt. Ein ortskundiger Pilot vermutet menschliches Versagen.

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Ein langjähriges Mitglied der Motorfluggruppe Oberengadin erhebt schwere Vorwürfe gegen den Unglückspiloten, der am Freitag bei Pontresina abgestürzten Piper PA-28. «Er wählte die falsche Route», sagt das anonyme Mitglied zum «Sonntagsblick».

Das Flugzeug zerschellte nach rund zehn Minuten Flugzeit am Berg – der Pilot rechnet vor: «Der Flugplatz liegt auf 1700 Meter, der Unfall passierte auf 2900 Meter: Bei einer Steigleistung von 91 Meter pro Minute ist das Flugzeug am Ende dort, wo es schliesslich zerschellte.» Auch andere Flugkollegen beschreiben den Piloten als eher unsicheren und ängstlichen Piloten, so die Zeitung.

Erfahrener Flieger

Christian Gartmann, Sprecher der Motorfluggruppe Oberengadin, beteuerte am Freitag bei einer Pressekonferenz mehrfach, dass der Pilot sehr erfahren gewesen sei. Der 60-Jährige, der ebenfalls Mitglied der Fluggruppe war, habe diese Flüge seit Jahren koordiniert und kenne das Gebiet als Einheimischer sehr gut. Das Flugzeug sei letztmals im Juli 2017 gewartet worden.

Beim Absturz im Diavolezza-Gebiet kamen zwei 14-Jährige und der Pilot ums Leben. Die vierte Insassin, eine 17-Jährige, wurde schwerst verletzt ins Spital nach Chur geflogen. «Ihr Gesundheitszustand ist stabil», berichtet Lucia Barandun, Kommunikationsverantwortliche des Kantonsspitals. Mehr Informationen durfte das Spital Chur aus Datenschutzgründen nicht herausgeben.

Die drei jugendlichen Opfer des Flugzeugabsturzes vom Freitagmorgen in Graubünden kommen alle aus der Romandie. Ein Sprecher der Kantonspolizei Graubünden bestätigte heute auf Anfrage eine Meldung des Online-Portals von «Le Matin». Bereits bekannt war, dass es sich beim Piloten um einen Einheimischen handelte. Der Rundflug fand im Rahmen eines Lagers für Jugendliche statt, die sich für Berufe der Aviatik interessieren.

Pilot definiert Route

Der Rundflug mit der Piper fand im Rahmen eines Lagers für fast 200 Jugendliche statt, die sich für Berufe der Aviatik interessieren. Der Flug mit der Piper war der Höhepunkt des einwöchigen Ferienprogramms. Das Lager sowie der Flug wurden vom Schweizer Aero-Club organisiert.

Bei diesen Rundflügen habe der Pilot ein Zeitfenster von 25 Minuten – in dieser Zeit sei er frei, wo er hinfliege, so Gartmann am Freitag. Die Route werde anhand von Wetter, Wind, Flugzeugbeladung und weiterer Kriterien festgelegt. Das Unglück ereignete sich ungefähr nach zehn Minuten, also etwa in der Hälfte des Fluges.

Unterhalb der Bergstation zerschellt

Das Wrack der verunfallten Piper ist mittlerweile geborgen und steht auf dem Flugplatz Samedan unter Verschluss. Dort wird der Flieger und die Unfallursache von der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) untersucht. Die Unfallursache ist unklar.

Die vierplätzige Piper hatte am Freitag um 9.10 Uhr auf dem Flugplatz in Samedan abgehoben. Bereits um 9.30 Uhr ging die Meldung über den Absturz ein. Das einmotorige Flugzeug war unterhalb der Bergstation der Diavolezza-Bahn zerschellt – auf knapp 2900 Metern Höhe, wo im Winter die Skipiste präpariert wird.

(mch/sda)

Erstellt: 06.08.2017, 10:38 Uhr

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