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20 Frauen sollen für Berlusconi gestrippt haben

Heute gab die Nachklubtänzerin Ruby erstmals Auskunft über die sagenumwobenen Bunga Bunga-Partys. Selbst stritt sie jeden körperlichen Kontakt mit dem ehemaligen italienischen Regierungschef ab.

Erschien vor Gericht in dezentem Look: Karima al-Mahrough alias Ruby.
Erschien vor Gericht in dezentem Look: Karima al-Mahrough alias Ruby.
Keystone

Die Nachtklubtänzerin Karima al-Mahrough alias Ruby hat erstmals vor Gericht zu den legendenumwobenen Bunga Bunga-Partys bei Italiens früherem Regierungschef Silvio Berlusconi ausgesagt. Dabei dementierte sie am Freitag in Mailand ausdrücklich, Sex mit dem Politiker gehabt zu haben.

Die Marokkanerin berichtete vor Gericht, sie sei bei «sinnlichen» Abenden in einer Diskothek in Berlusconis Villa dabei gewesen. Dort hätten bis zu 20 Frauen für den damaligen Ministerpräsidenten gestrippt. Körperlichen «Kontakt» zwischen dem Milliardär und den jungen Tänzerinnen habe sie jedoch nie beobachtet, versicherte al-Mahrough. Auch sie selbst habe nie mit Berlusconi Sex gehabt: «Ich habe mich stets geweigert, mich zu prostituieren.»

Ruby: Das war nur Prahlerei

Ruby äusserte sich als Zeugin in einem Verfahren gegen drei Beschuldigte, die laut Anklage als Zuhälter für Berlusconi gearbeitet und junge Frauen als Prostituierte für dessen Partys angeworben haben sollen. Es handelt sich um den Künstleragenten Lele Mora, die als Showgirl bekannt gewordene Politikerin Nicole Minetti und um Emilio Fede, einen Fernsehmoderator aus Berlusconis Medienimperium.

Konfrontiert mit Widersprüchen zwischen ihrer Aussage vor Gericht und bei ihrer Vernehmung durch die Vermittler vor drei Jahren sagte al-Mahroug, sie rede häufig dummes Zeug und könne sich an einzelne Aussagen nicht erinnern. Ihre in einem abgehörten Telefongespräch gemachte Äusserung, sie habe fünf Millionen Euro von Berlusconi erhalten, sei nur Prahlerei gewesen, ebenso wie die Notiz «4,5 Millionen von B.» in einem Notizheft.

Berlusconi: Dinnerparty mit Burlesque-Wettbewerb

Berlusconi selbst hatte die Feste als «normale Dinnerpartys» bezeichnet, nach denen es «Burlesque-Wettbewerbe» gegeben habe. Ruby zufolge war dabei häufig auch Berlusconis frühere Zahnpflegerin Minetti zugegen, die mindestens einmal als Nonne verkleidet für den Politiker gestrippt habe.

Das Mailänder Verfahren läuft parallel zu einem weiteren Prozess, bei dem es um mutmasslichen Sex Berlusconis mit der damals minderjährigen al-Mahrough geht. Später soll der damalige Regierungschef sein Amt missbraucht haben, um die Freilassung der wegen Diebstahls festgenommenen Ruby bei der Polizei zu erreichen. Sowohl der Politiker als auch die Tänzerin weisen alle Vorwürfe zurück.

Das international mit Spannung erwartete Urteil in dem seit zwei Jahren laufenden Verfahren soll kommenden Monat fallen. Anders als in dem Verfahren gegen die mutmasslichen Zuhälter hatte al-Mahrough im «Rubygate»-Prozess gegen Berlusconi nicht ausgesagt.

AFP/mrs

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