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20 Prozent mehr Hanfanlagen entdeckt

In Malters LU kam eine Frau ums Leben, als die Polizei eine Hanfanlage ausheben wollte. Ein Blick in die Zahlen zeigt, dass der Anbau boomt.

Verkauf hätte mehrere hunderttausend Franken eingebracht: Eine professionelle Hanfanlage mit 2500 blühenden Pflanzen in Aeschi SO. (18. März 2015)
Verkauf hätte mehrere hunderttausend Franken eingebracht: Eine professionelle Hanfanlage mit 2500 blühenden Pflanzen in Aeschi SO. (18. März 2015)
Kantonspolizei Solothurn, Keystone

Seit der Konsum von Cannabis mit Bussen bestraft wird, konsumieren weniger Menschen Hanf. Allerdings haben der Handel und der Anbau zugenommen. Diesen Schluss zieht das Bundesamt für Statistik in seiner aktuell verfügbaren Kriminalstatistik.

Im Jahr 2014 haben die Behörden 8852 Fälle zum strafbarem Konsum von Hanfprodukten registriert. Das sind 28,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Handel hat allerdings um 11,8 Prozent zugenommen, der Schmuggel um 8,1 Prozent und der Anbau und die Herstellung um ganze 19,2 Prozent.

Im Jahr 2013 entdeckte die Polizei 1476 illegale Anlagen, ein Jahr später waren es bereits 1759 – das sind 283 Fälle mehr. Allein im Kanton Zürich hoben Beamte 2014 über 100 Indoor-Hanfplantagen aus. Dabei handelt es sich nur um die Anlagen, die entdeckt werden.

Mehrere Hunderttausend Franken Umsatz

Es gebe beim illegalen Anbau eine Dunkelziffer, sagt Kurt Graf, Mediensprecher der Luzerner Polizei zur «Neuen Luzerner Zeitung». Die Anzahl variiere. «Plantagen stellen wir überall fest – in Industriegebieten, Wohnhäusern oder Garagen. Bei den Betreibern gibt es Schweizer wie auch Ausländer», so Graf.

Bereits seit längerem warnen Fachleute davor, dass das Geschäft mit Cannabis boomt. Mit grossen, professionellen Anlagen lassen sich mehrere Hunderttausend Franken verdienen. Die Fälle, in denen kriminelle Banden solche Anlagen betreiben, häufen sich. Auch die Anbaumethoden werden immer moderner. «Es gibt professionelle Einrichtungen und Geräte, aber auch Pflanzen mit hohem THC-Gehalt», sagt Graf dazu.

Letztes Jahr waren bei einer Schiesserei in einer illegalen Hanfanlage in Altstätten SG zwei Männer schwer verletzt worden. Auch ein aktueller Fall endete tragisch. In Malters LU kam eine Frau ums Leben, als die Polizei eine illegale Indoor-Hanfanlage ausheben wollte. Ihr Sohn war Mieter der Wohnung gewesen. Die Staatsanwaltschaft Zürich ermittelt gegen ihn und weitere Personen wegen Betäubungsmitteldelikten.

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