2000 russische Polizisten jagten Sechsfachmörder

Ein 31-jähriger entlassener Häftling hat in der russischen Stadt Belgorod sechs Menschen getötet, darunter zwei junge Mädchen. Nach 30-stündiger Jagd konnte die Polizei den Verdächtigen verhaften.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Nach dem Blutbad mit sechs Toten atmet die Grossstadt Belgorod auf. Die russische Polizei hat nach einer mehr als 30-stündigen Jagd den Todesschützen festgenommen. Der 31-Jährige sei festgenommen worden, als er aus einem Versteck fliehen wollte, teilte das Innenministerium der Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit.

Die Operation habe Innenminister Wladimir Kolokolzew in der Stadt rund 570 Kilometer südlich von Moskau selbst geleitet. Der Festgenommene berufe sich auf die Verfassung, wonach er nicht gegen sich selbst aussagen müsse, teilten die Behörden mit.

Zwei Mädchen getötet

Der Verdächtige habe bei einem Fluchtversuch einen Polizisten mit einem Messer verletzt. Der erst unlängst aus dem Gefängnis Entlassene hatte laut Polizei im Zentrum von Belgorod sechs Menschen getötet, darunter zwei Mädchen im Alter von 14 und 16 Jahren.

Russland startete daraufhin eine Grossfahndung. Der Einsatz mit rund 2000 Sicherheitskräften hatte die Stadt mit den rund 400'000 Einwohnern über 30 Stunden lang in Atem gehalten. Auch Kremlchef Wladimir Putin hatte sich über die Lage informieren lassen.

Sicherheitskräfte hatten die Bewohner in Belgorod vor dem extrem gefährlichen Mann gewarnt und sie darum gebeten, ihre Wohnungen möglichst nicht zu verlassen. Das Nachbarland Ukraine hatte seine Grenzkontrollen zeitweilig verstärkt.

Psychische Probleme

Der mehrfach Vorbestrafte soll nach einem Überfall auf ein Waffengeschäft in der Innenstadt Verkäufer und Passanten erschossen haben.

Nach Medienberichten hatten die Eltern die Behörden darüber informiert, dass ihr Sohn aus dem Gefängnis mit schweren psychischen Problemen und auffälliger Aggressivität entlassen worden sei. Dem Vater soll das Waffengeschäft gehört haben.

Die Behörden hatten bereits mehrere Stunden nach dem Verbrechen mitgeteilt, den Mann gefasst zu haben, zogen dann aber die Meldung zurück. Es hiess dann, der Verdächtige sei umzingelt in seinem Versteck.

Der Kremlfunktionär Pawel Astachow verglich das Verbrechen mit einem «amerikanischen Szenario», wie es Russland bisher so nicht gekannt habe. Die russischen Behörden sicherten den Familien der Opfer eine Million Rubel (rund 24'246 Franken) Schmerzensgeld zu. (fko/sda)

Erstellt: 24.04.2013, 11:54 Uhr

Soll für den Tod von sechs Menschen verantwortlich sein: Der verhaftete mutmassliche Täter. (22. April 2013) (Bild: AFP )

Artikel zum Thema

Die unauffälligen Brüder

Porträt Die Attentäter Tamerlan und Dzhokhar Tsarnaev galten als nett und gut integriert. Mehr...

Die Terrorfahnder und der Schreibfehler

Der Terrorverdächtige Tamerlan Tsarnaev fiel bei seiner Dagestan-Reise den russischen Behörden auf. Doch plötzlich rutschte er aus dem Suchraster. Derweil wurde in Boston das Spital-Protokoll veröffentlicht. Mehr...

Todesschütze von Florida kommt auf Kaution frei

George Zimmerman hat sich vor Gericht bei den Eltern seines Opfers Trayvon Martin entschuldigt. Er wird das Gefängnis nach Hinterlegung einer Kaution von 150'000 Dollar verlassen können. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Blogs

Von Kopf bis Fuss «Ciao, Bella»

Geldblog Warum Immobilien im Ausland riskanter sind

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Die Welt in Bildern

Segeln hart am Wind: Die Teilnehmer der Skûtsjesilen - Meisterschaften im niederländischen Friesland schenken sich nichts. (15. August 2018)
(Bild: Siese Veenstra/EPA) Mehr...