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25 Tote nach Erdrutsch auf Philippinen

Schlammmassen begruben nach einem Sturm auf den Philippinen mehr als 100 Menschen. Viele der Opfer wurden im Schlaf überrascht. Die Regierung sagt, sie habe die Menschen vorgewarnt.

Mindestens 50 Hütten sind verschüttet: Sicht aus einem Helikopter des philippinischen Militärs auf den Erdrutsch im Pantukan-Tal (5. Januar 2012).
Mindestens 50 Hütten sind verschüttet: Sicht aus einem Helikopter des philippinischen Militärs auf den Erdrutsch im Pantukan-Tal (5. Januar 2012).
AP Photo
Die Schlammlawine riss eine Schneise der Zerstörung ins Tal (5. Januar 2012).
Die Schlammlawine riss eine Schneise der Zerstörung ins Tal (5. Januar 2012).
Keystone
Die Einwohner versammeln sich am Ort der Tragödie (5. Januar 2012).
Die Einwohner versammeln sich am Ort der Tragödie (5. Januar 2012).
Keystone
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Mindestens 25 Menschen sind bei einem Erdrutsch auf den Philippinen getötet worden. Mehr als 100 weitere wurden am frühen Donnerstagmorgen verschüttet, sagte Provinzgouverneur Arturo Uy. Der Erdrutsch traf den Angaben zufolge eine kleine Bergbaugemeinde in der Region Mindanao. Die meisten Bewohner schliefen zu dem Zeitpunkt. Etwa 50 Gebäude seien vom hinabstürzenden Berghang mitgerissen worden.

Ein Bewohner sagte einem Radiosender, zuerst seien Steine vom Berg gefallen, dann habe dieser nachgegeben. «Grosse Felsbrocken und Erde bedeckten das Gebiet». Bilder des Unglücksorts zeigen einen tiefen Krater im Berghang. Häuser, die nicht unter den Trümmern begraben sind, liegen auf der Seite.

Auch Strassen verschüttet

Der Leiter der nationalen Zivilschutzbehörde, Benito Ramos, sagte, Soldaten seien vor Ort, hätten aber nur wenige Schaufeln und müssten «im wesentlichen mit ihren Händen graben.» Die Provinzregierung und örtliche Bergbaufirmen seien gebeten worden, schweres Gerät in die abgelegene Bergregion zu bringen, um die Suche zu beschleunigen.

Weil auch Strassen in Napnapan im Compostella-Tal rund 930 Kilometer südlich von Manila verschüttet sind, ist es jedoch schwierig, zur Unglücksstelle zu gelangen. Mindestens 50 Hütten sind nach Polizeiangaben verschüttet worden.

Heftiger Regen

In der Siedlung in der Nähe der Stadt Pantukan lebten nach Schätzungen etwa 100 Familien. Dem staatlichen Wetterdienst zufolge gab es vor dem Unglück heftigen Regen in der Region, nachdem sich zuvor ein kleinerer Sturm vor der Küste Mindanaos gebildet hatte.

Gouverneur Uy betonte, die Bergleute und ihre Familien seien gewarnt worden, dass sie in einem gefährdeten Gebiet lebten. Es sei ihnen mitgeteilt worden, dass die labyrinthartigen Tunnel und Schächte im Berg bei heftigen Regenfällen zum Risiko würden. Bereits im vergangenen Jahr hätten Behörden eine Spalte in einem Bergkamm entdeckt, der für Erdrutsche anfällig sei. «Wir waren absolut sicher, dass der Berg nachgeben wird», sagte Umweltminister Ramon Paje. Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen.

Tausende Goldsucher

Pantukan und die nahegelegene Stadt Monkayo haben in den vergangenen Jahren tausende Goldsucher angezogen. Der Abbau des Edelmetalls erfolgt oft ohne technische Ausrüstung und Absicherung, die Goldsucher graben dabei Tunnel in Bergflanken, so dass Hänge schnell instabil werden können. Tödliche Unfälle sind an der Tagesordnung.

Im vergangenen Jahr ordneten die Behörden deshalb die Räumung aller Goldsuchergebiete um Pantukan an; viele Schürfer kehrten aber schnell wieder zurück. Auf den Philippinen hatte Mitte Dezember der Tropensturm «Washi» schwere Überschwemmungen verursacht. Über 1200 Menschen kamen ums Leben, fast 430'000 Menschen wurden obdachlos.

SDA/mpl

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