28-Jähriger stirbt nach Stagediving

Im Solothurner Lokal Kofmehl sprang ein junger Mann von der Bühne ins Publikum. Die Zuschauer fingen ihn jedoch nicht gut auf, er landete hart auf dem Boden. Nach zwei Tagen erlag er seinen Verletzungen.

Tödlicher Unfall bei einem Konzert: Das Lokal Kofmehl.

Tödlicher Unfall bei einem Konzert: Das Lokal Kofmehl.

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Beim Stagediving im Solothurner Konzertlokal Kofmehl ist ein Besucher derart hart auf dem Boden gelandet, dass er zwei Tage danach an seinen Verletzungen starb. Die Solothurner Polizei und die Staatsanwaltschaft untersuchen nun den Vorfall.

Der 28-Jährige sprang, wie bei gewissen Rockkonzerten üblich, von der Bühne ins Publikum. Dort wurde er vom Publikum offensichtlich zu wenig gut aufgefangen und landete auf dem Boden. Er rappelte sich auf, wurde dann aber vom Sanitätsteam des Konzertlokals betreut und schliesslich ins Spital gebracht.

Die Polizei sei erst am Tag nach dem Unfall informiert worden, sagte eine Sprecherin der Solothurner Kantonspolizei zu einer Meldung der «Solothurner Zeitung». Das Spital habe der Polizei gemeldet, dass sich der Gesundheitszustand des Mannes verschlechtert habe und dass eine Verlegung ins Berner Inselspital notwendig sei.

Dort verstarb der Konzertbesucher zwei Tage nach seinem verhängnisvollen Sprung. Die Solothurner Polizei und die Staatsanwaltschaft leiteten eine Untersuchung ein. Dabei steht gemäss Angaben der Polizeisprecherin ein Unfall im Vordergrund. Dritteinwirkung werde momentan ausgeschlossen.

Gefährliche Aktivitäten bei Konzerten

Der Vorfall hatte sich vergangene Woche bei einem Konzert der amerikanischen Crossover-Thrashmetal-Band Suicidal Tendencies abgespielt. Diese gastierte als Headliner der «Persistence Tour 2014» zusammen mit anderen Hardcorebands wie Terror, Strife, Ramallah, Evergreen Terrace, Nasty und The Arrs im Kofmehl.

Stagediving ist eine von verschiedenen «Disziplinen», welche Besucher und Musiker bei Rockkonzerten der härteren Art ausüben. Eine andere ist Crowdsurfing. Dabei lässt man sich von der Menge auf dem Bauch oder auf dem Rücken durch den Zuschauerraum tragen.

Feet First ist eine extreme Variante des Stagedivings, bei der mit den Füssen voran ins Publikum gesprungen wird. Beliebt in Metal-, Hardcore- und Punkkreisen ist auch der Moshpit, eine wilde, oft mit Rempeleien verbundene Tanzerei einer Menschentraube direkt vor der Bühne. (kle/sda)

Erstellt: 28.01.2014, 10:27 Uhr

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