3900 Junglachse beim Rhein eingesetzt

Lachse in der Schweiz – das gibts. Heute sind Hunderte der Wanderfische in einem Aargauer Nebenfluss des Rheins freigesetzt worden. Ziel ist, dass sie künftig zurückkommen.

Die Junglachse werden zunächst zwei Jahre im Aargau bleiben und danach Richtung Meer schwimmen: Schülerin mit vier Junglachsen vor der Freisetzung.

Die Junglachse werden zunächst zwei Jahre im Aargau bleiben und danach Richtung Meer schwimmen: Schülerin mit vier Junglachsen vor der Freisetzung. Bild: PD

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Am Magdenerbach in der Nordwestschweiz haben Schülerinnen und Schüler aus der Region heute Mittwoch 3900 junge Lachse eingesetzt. So soll der Wanderfisch in seine ehemaligen Laichgebiete zurückgeholt werden, wie der WWF mitgeteilt hat.

Begleitet wurden die Schulklassen von Fachleuten des Kantons Aargau, von Fischern des Fischereivereins Magden sowie dem WWF. Die Wiederansiedlung des Lachses im Rhein ist ein Ziel der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR). Mit dem Programm «Lachs 2000» soll die Rückkehr der grossen Wanderfische in den Rhein ermöglicht werden. Die Kantone Aargau, Basellandschaft und Basel-Stadt unterstützen dieses internationale Programm, indem sie sich für Wanderkorridore und passende Lebensräume einsetzen sowie besonders geeignete Stellen mit Junglachsen besetzen.

Einst grösster Lachsfluss Europas

Vor etwas über 100 Jahren war der Rhein noch der grösste Lachsfluss Europas. Doch dann zerschnitten Schwellen, verbaute Ufer und Wasserkraftwerke den Fischen ihre Routen.

Immerhin wurden inzwischen diverse Fischtreppen gebaut. Bis 2020 müssen in Frankreich die Kraftwerke Rhinau, Marckolsheim und Vogelgrün und in der Schweiz das Kraftwerk Birsfelden für Lachse passierbar gemacht werden. Dann steht der Rückkehr des atlantischen Lachses in den Magdenerbach nichts mehr im Weg.

Hoffnung auf dauerhafte Rückkehr Die eingesetzten Junglachse kommen aus Frankreich. Bis zu zwei Jahre dauert nun ihre Entwicklung im Bach, bis sie zum Atlantik abwandern. Nach rund drei Jahren im Meer kehren die Elterntiere wieder in ihre Heimatgewässer zurück, um sich dort fortzupflanzen, wo sie geboren wurden.

Dabei legen sie Distanzen von bis zu 3000 Kilometern zurück. 2015 konnten in der Kontrollstation bei Iffezheim schon 220 Lachse auf dem Weg in die Schweiz beobachtet werden. 2016 waren es aufgrund sehr tiefer Wasserstände nur 145.

Die Wiederansiedlung des Lachses im Rheingebiet läuft seit den 80er-Jahren. (pu)

Erstellt: 07.06.2017, 15:48 Uhr

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