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40 Zentimeter dicker Eisbrocken löste die Lawine aus

Die Behörden haben mehr über die Ursache des Unglücks am Mont Maudit bekannt gegeben. Die Bergsteiger seien über die risikoreichen Bedingungen vorgewarnt gewesen.

Eine der grössten Lawinenkatastrophen in Europa hat sich ereignet: Ein Rettungshelikopter vor dem Montblanc-Massiv in Chamonix. (12. Juli 2012)
Eine der grössten Lawinenkatastrophen in Europa hat sich ereignet: Ein Rettungshelikopter vor dem Montblanc-Massiv in Chamonix. (12. Juli 2012)
AFP
Grafische Darstellung des Unfallorts am Mont Maudit im Montblanc-Massiv (oben) und auf einem Kartenausschnitt Savoyens und der Westschweiz.
Grafische Darstellung des Unfallorts am Mont Maudit im Montblanc-Massiv (oben) und auf einem Kartenausschnitt Savoyens und der Westschweiz.
Keystone
Ein 40 Zentimeter dicker Eisblock soll das Unglück ausgelöst haben. (12. Juli 2012)
Ein 40 Zentimeter dicker Eisblock soll das Unglück ausgelöst haben. (12. Juli 2012)
AFP
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Ein abrutschendes Schneebrett hat offenbar die tödliche Lawine am Mont Maudit im Mont-Blanc-Massiv ausgelöst, in der gestern neun Menschen ums Leben gekommen sind. Ein 40 Zentimeter dicker Eisblock hatte sich gelöst und war den Hang hinabgerutscht.

Dadurch entstand ein zwei Meter dickes und 50 Meter langes Schneebrett, wie die Präfektur des Departements Haute-Savoie in Annecy mitteilte. Unklar blieb, ob der Eisblock von einem Alpinisten losgetreten wurde oder sich anderweitig gelöst hat.

Warnung via Twitter

Frankreichs Innenminister Manuel Valls sprach nach einem Überflug der Unglücksregion von starken Eis- und Schneemassen, die auch die Suche nach den Vermissten sehr erschwert hatten. Bergsteiger hatten bereits in den vergangenen Tagen von Schneebrettern berichtet.

Vor fünf Tagen twitterten Alpinisten über heftigen Regen in Chamonix, der in 3000 Metern Höhe zu Schnee wurde. Die örtlichen Behörden hatten Bergsteiger jüngst zur Vorsicht gemahnt, da der Frühling ungewöhnlich schneereich war und die Gefahr von Lawinen daher gross sei.

Schweizer unter den Toten

Die Lawine hatte am Donnerstag gegen 5 Uhr morgens in etwa 4000 Metern Höhe zwei Seilschaften mit professionellen Bergführern und einzelne Bergsteiger mit sich gerissen und verschüttet. Neun Alpinisten starben, darunter ein Schweizer.

Mindestens neun weitere Alpinisten wurden nach Angaben der Präfektur von Chamonix verletzt. Vier zunächst als vermisst geltende Teilnehmer konnten am Abend ausfindig gemacht werden.

Der 4465 Meter hohe Mont Maudit liegt in der Mont-Blanc-Gruppe am Nordostgrat. Die Talorte für Besteigungen des Gipfels sind das französische Chamonix und Courmayeur in Italien. Die Besteigung der drei Berge Mont Blanc du Tacul, Mont-Maudit und Mont Blanc ist bei Alpinisten im Sommer sehr beliebt.

Die Tragödie zum Auftakt der diesjährigen Tourismussaison gilt als eines der schlimmsten Lawinenunglücke seit Jahren am Montblanc-Massiv. Jährlich versuchen sich 20'000 Alpinisten am Mont-Blanc-Aufstieg – in der Hochsaison sind dort täglich bis zu 500 Bergsteiger unterwegs.

SDA/mrs

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