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49 Tote bei Gefängnisrevolte

In der Haftanstalt Topo Chico in Mexiko fallen Schüsse und es kommt zu Explosionen. Dutzende Insassen kommen in den Flammen um.

Flammen im Gefängnis: Polizeifahrzeuge fahren vor die Haftanstalt in Monterrey vor. (11. Februar 2016)
Flammen im Gefängnis: Polizeifahrzeuge fahren vor die Haftanstalt in Monterrey vor. (11. Februar 2016)
Francisco Cobos, AFP
52 Menschen verlieren nach einer Revolte, in der auch Feuer gelegt wird, ihr Leben. Zahlreiche Personen sind verletzt. Vor dem Gefängnis versammelt sich eine grosse Menschenmenge, die nicht genau weiss, was passiert ist.
52 Menschen verlieren nach einer Revolte, in der auch Feuer gelegt wird, ihr Leben. Zahlreiche Personen sind verletzt. Vor dem Gefängnis versammelt sich eine grosse Menschenmenge, die nicht genau weiss, was passiert ist.
Julio Cesar Aguilar, AFP
Die Polizei markiert Präsenz. Die Verhältnisse in den mexikanischen Gefängnissen sind oft katastrophal, was zu Unruhen führt.
Die Polizei markiert Präsenz. Die Verhältnisse in den mexikanischen Gefängnissen sind oft katastrophal, was zu Unruhen führt.
Emilio Vazquez, Keystone
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Bei einer heftigen Gefängnisrevolte sind im Norden Mexikos 49 Menschen ums Leben gekommen. Zudem seien zwölf Menschen verletzt worden, sagte der Gouverneur des mexikanischen Staats Nuevo León, Jaime Rodríguez, am Donnerstag. Noch am Morgen hatte er von 52 Toten gesprochen.

Auslöser der Gewalt sei ein heftiger Kampf von Mitgliedern zweier Drogengangs im Topo-Chico-Gefängnis von Monterrey gewesen. Geflohen sei niemand.

Rodríguez sagte, die Auseinandersetzung habe gegen Mitternacht begonnen. Einige Insassen hätten Lagerbestände angezündet, die heftig gequalmt hätten. Zunächst hatte der Gouverneur erklärt, es seien keine Schusswaffen eingesetzt worden. Doch sagte er dem Sender Milenio TV später, dass mindestens eines der Opfer erschossen worden sei.

Bandenkrieg

Eine der Streitparteien sei von einem bekannten Mitglied des berüchtigten Drogenkartells Zetas angeführt worden. Den Chef der anderen Häftlingsgruppe identifizierten lokale Medien als Mitglied des konkurrierenden Golf-Kartells. Die beiden Verbrecherorganisationen hatten sich zwischen 2010 und 2012 in Nuevo León und dem benachbarten Tamaulipas blutige Kämpfe geliefert.

Zeugen sagten, es seien Schüsse und Explosionen zu hören gewesen. Rettungskräfte brachten Verletzte aus dem Gefängnis. Einige von ihnen hatten Verbrennungen. Bilder des Senders Milenio zeigten einen Grossbrand. Vor dem Gefängnis versammelte sich eine grosse Menschenmenge, die Einlass forderte.

Bei einer Pressekonferenz verlas Gouverneur Rodíguez die Namen von 40 bestätigten Todesopfern. Die restlichen fünf Leichen seien durch den Brand bis zur Unkenntlichkeit verkohlt, vier weitere müssten noch identifiziert werden, sagte er.

Vor vier Jahren hatten Zetas-Mitglieder im Gefängnis von Apodaca in Nuevo León 44 Angehörige des Golf-Kartells getötet. Danach wurden Mitglieder der Gefängnisleitung und 26 Wärter angeklagt, Häftlingen in dem Durcheinander zur Flucht verholfen zu haben.

Vernichtendes Zeugnis

Die Nationale Menschenrechtskommission Mexikos hatte dem Strafvollzugssystem des Landes 2013 ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. In 65 von 101 untersuchten Gefängnissen führten einem Bericht zufolge die Insassen das Kommando, nicht das Personal. Gewalt und Korruption seien an der Tagesordnung, hiess es. Im vergangenen Jahr befand die Kommission, Topo Chico sei völlig überfüllt. Statt der vorgesehenen 3635 Häftlinge seien dort 4585 eingesperrt gewesen.

Kritiker beklagten zudem, dass Häftlinge wegen Bagatelldelikten oder noch während ihres Prozesses mit einigen der hartgesottensten Kriminellen Mexikos im Topo-Chico-Gefängnis inhaftiert worden seien.

Der Gewaltausbruch suchte die Haftanstalt nur sechs Tage vor dem geplanten Besuch von Papst Franziskus in einem anderen mexikanischen Gefängnis heim. Der Papst wird in der Haftanstalt von Ciudad Juárez an der Grenze zu den USA erwartet.

AP/dia/fal/chk

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