68 Personen verbrennen bei Explosion von Tanklastwagen

Nachdem der Laster in Tansania umkippte, versuchten die Opfer das auslaufende Benzin abzuzapfen.

Mit sicherer Entfernung: Feuerwehrmänner versuchen den Tanklaster zu löschen. Foto: Stringer/Reuters

Mit sicherer Entfernung: Feuerwehrmänner versuchen den Tanklaster zu löschen. Foto: Stringer/Reuters

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Bei der Explosion eines Tanklastwagens sind in Tansania mindestens 68 Menschen umgekommen. Nach dem Unfall Morogoro seien mehrere Menschen in einem Spital ihren Verletzungen erlegen, teilte die Klinik am Sonntag mit. Zuvor hatte sie von rund 70 Verletzten gesprochen, darunter sei mindestens ein Kind.

Das Unglück ereignete sich am Samstag, als ein Tanklaster im Ort Msamvu nahe der Stadt Morogoro umstürzte und Anwohner herbeieilten, um auslaufenden Treibstoff aufzufangen. Morogoro liegt etwa 180 Kilometer westlich der Hafenstadt Daressalam.

Der Tanklastwagen sei aus Daressalam unterwegs gewesen, als er in der Region Morogoro umkippte, sagte der Augenzeuge Kiondo Mshana. Die genaue Ursache des Unfalls war zunächst unklar. Daraufhin kamen demnach viele Menschen zu dem Lastwagen, um auslaufendes Benzin abzuzapfen. Kurz danach geriet der Treibstoff in Brand. Die Opfer verbrannten.

Helfer tragen die ausgebrannten Motorräder der Opfer weg. (10. August 2019) Foto: Stinger/Reuters

Im Internet verbreitete Videos vom Unglücksort zeigen, wie zahlreiche Fahrer von Motorrad-Taxis und Anwohner herbeieilten und versuchten, Treibstoff in Kanister abzufüllen.

«Wir kamen mit zwei Nachbarn direkt nach dem Unfall am Unglücksort an. Während einige barmherzige Samariter versuchten, den Fahrer und zwei weitere Insassen aus dem Laster zu ziehen, drängelten sich andere, um Benzin in Kanister abzufüllen», berichtete die Lehrerin January Michael.

Gleichzeitig habe jemand versucht, die Batterie des Fahrzeugs auszubauen, sagte diese Augenzeugin. «Wir haben gewarnt, dass der Laster jeden Moment explodieren kann, aber niemand wollte auf uns hören, also sind wir weitergegangen. Wir hatten uns kaum umgedreht, als wir die Explosion hörten.»

Ein Soldat bewacht das Wrack des Tanklastwagens. (10. August 2019) Foto: Stinger/AFP

Präsident John Magufuli drückte den Familien der Opfer sein Beileid aus. Er rief noch am Samstag drei nationale Trauertage aus. Am Sonntag würden die Beerdigungen der Opfer beginnen, teilte die Bezirksverwaltung von Morogoro mit.

Verunglückte Tanklastwagen ziehen in armen Regionen Afrikas häufig viele Menschen an, die ihre Kanister mit Treibstoff füllen wollen. Dabei kommt es immer wieder zu Explosionen oder Bränden, bei denen viele Menschen verletzt oder getötet werden. Im Mai etwa starben im Niger in Westafrika bei der Explosion eines Tanklastwagens mindestens 58 Menschen, im Juli kam es zu einem ähnlichen Unglück im Nachbarland Nigeria mit rund 50 Toten. (sda)

Erstellt: 11.08.2019, 14:42 Uhr

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