Abenteurer stirbt kurz vor Durchquerung der Antarktis

Für einen guten Zweck wollte Henry Worsley als erster Mensch ohne Beistand durch die Antarktis laufen. Doch kurz vor dem Ziel bricht er ab – und stirbt wenig später.

Henry Worsley (r.) bei einem Treffen mit Prinz William: Der Polarforscher ist in einem chilenischen Spital gestorben. (Archivbild vom 19. Oktober 2015)

Henry Worsley (r.) bei einem Treffen mit Prinz William: Der Polarforscher ist in einem chilenischen Spital gestorben. (Archivbild vom 19. Oktober 2015) Bild: John Stillwell/AFP

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Bei dem Versuch, die Antarktis allein und zu Fuss zu durchqueren, ist der britische Abenteurer Henry Worsley knapp vor seinem Ziel gestorben. Wie seine Frau Joanna am Montag mitteilte, musste der 55-Jährige nur 48 Kilometer vor seiner Ankunft wegen Erschöpfung und schwerer Austrocknung in ein chilenisches Spital ausgeflogen werden, wo er am Sonntag starb.

Ihr Mann sei einem «völligen Organversagen» erlegen, erklärte seine Frau. Sie fühle «untröstliche Trauer». Die Ärzte im chilenischen Punta Arenas hatten bei Worsley zudem eine Bauchfellentzündung diagnostiziert.

Allein mit einem Schlitten

Der ehemalige Offizier aus London wollte als erster Mensch ohne Beistand – seine Ausrüstung zog er auf einem Schlitten hinter sich her – die Antarktis durchqueren. Er wollte damit die vor einem Jahrhundert gescheiterte Endurance-Expedition des britischen Forschers Ernest Shackleton zu Ende bringen. Der zweifache Familienvater war ein Nachfahre von Shackletons damaligem Kapitän Frank Worsley.

Mit seiner Mission sammelte Worsley Geld für den Endeavour Fund, eine von Prinz William und seiner Frau Kate unterstützte Stiftung zugunsten verletzter Soldaten. Nach Angaben seiner Frau kamen bislang 132'000 Euro für die Stiftung zusammen.

«Wir haben einen Freund verloren»

Der Prinz erklärte sich auch im Namen seines Bruders Harry schockiert von der Todesnachricht. «Wir haben einen Freund verloren, aber er wird für uns alle eine Quelle der Inspiration bleiben, vor allem für diejenigen, die von seiner Unterstützung für den Endeavour Fund profitieren werden», erklärte er weiter.

Henry Worsley hatte bereits rund 1500 Kilometer zurückgelegt, als er am 71. Tag seiner Expedition am Freitag einen Notruf absetzen musste. In seiner letzten Erklärung auf seiner Website zeigte er sich zutiefst «betrübt» über das «Ende der Reise – so kurz vor meinem Ziel».

Unter dem Twitter-Account «Shackleton Solo» wurden die Stationen und Erlebnisse auf Worsleys Expedition dokumentiert. Letzter Stand dort ist sein Spital-Aufenthalt.

An einem harten Tag vor fünf Tagen versuchte Worsley, etwas Schlaf zu bekommen.

Eine Zigarre sollte am 16. Januar den Hunger lindern.

Henry Worsley vor seinem Zelt.

Viele prominente Unterstützer und Freunde drückten bereits ihre Trauer über Worsleys Tod aus, wie BBC berichtet. Fussballprofi David Beckham schrieb auf Instagram, er schätze sich glücklich, Worsley kennen gelernt zu haben. Der britische Abenteurer Bear Grylls twitterte: «Wir sind am Boden zerstört über seinen Verlust. Einer der stärksten Männer und mutigsten Soldaten, die ich kenne.»

Auch die Enkelin des britischen Forschers Ernest Shackleton, Alexandra, bekundete ihre Bestürzung über Worsleys Tod. «Er war energiegeladen und wollte sich immer selbst auf die Probe stellen, um zu sehen, wie weit er mit seiner Anstrengung kommen würde», wird sie von BBC zitiert. (mlr/AFP)

Erstellt: 25.01.2016, 15:10 Uhr

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