Acht Fragen zum Kaiman im Hallwilersee

Ein eineinhalb Meter langes Reptil wurde von einem Fischer gesehen. Davon geht die Aargauer Polizei aus. Wie gefährlich ist das Tier? Was tun, wenn man ihm begegnet?

Kaimane leben normalerweise in Süd- und Mittelamerika. Nun soll ein Exemplar im Hallwilersee schwimmen. Foto: iStock

Kaimane leben normalerweise in Süd- und Mittelamerika. Nun soll ein Exemplar im Hallwilersee schwimmen. Foto: iStock

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Was, ein Kaiman im Hallwilersee?
Ja, die Kantonspolizei Aargau und die konsultierten Fachleute finden die Schilderung eines Fischers glaubwürdig. Dieser hat ein ungefähr eineinhalb Meter langes Reptil gesichtet zwischen dem aargauischen Beinwil am See und dem luzernischen Mosen. Der Fischer habe beobachtet, wie das Reptil Enten gejagt habe und danach weggeschwommen sei. «Die genaue Beschreibung durch den Fischer lässt nach Einschätzung von Fachleuten darauf schliessen, dass es sich beim fraglichen Reptil um einen Kaiman handeln könnte», schreibt die Kantonspolizei Aargau in einer Pressemitteilung.

Wie kam der Kaiman in den See?
Das ist bis anhin nicht geklärt. Man vermute, dass das Tier höchstwahrscheinlich aus illegaler Tierhaltung stamme und ausgesetzt worden sei, sagt Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau in der SRF-Radiosendung Info 3. Die Polizei habe nach dem Tier gesucht, es aber nicht gefunden – sie dankt für Hinweise.

Ist der Kaiman gefährlich?
Nicht für Menschen. Der Mensch ist einer der wenigen Feinde des Kaimans. Ihm gegenüber ist das Tier scheu, ausser man provoziert es. Für Badende und Spaziergänger besteht also keine Gefahr. Seebadis würden dementsprechend nicht gesperrt, so Graser.

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Wie verhält man sich, wenn man auf einen Kaiman trifft?
Nicht provozieren, Abstand halten, Polizei anrufen.

Was ist das überhaupt für ein Tier?
Der Kaiman ist ein Reptil und gehört zur Unterfamilie der Alligatoren. Diese wiederum zählen zu den Krokodilen, von denen es insgesamt drei Untergruppen gibt. Nebst den Alligatoren noch die Gaviale und die Echten Krokodile. Letztere sind übrigens jene, die wir meinen, wenn wir in der Alltagssprache von Krokodilen sprechen. Der Kaiman ist des Weiteren Einzelgänger. In der Regel wird er selten länger als 2 Meter und wiegt im Schnitt 60 Kilogramm. Kaimane werden rund 60 Jahre alt, manche sogar bis zu 100.

Wo lebt der Kaiman normalerweise?
Kaimane leben in Süd- und Mittelamerika, in Flüssen und Sümpfen, aber auch in Teichen oder Kanälen. Die von der Kantonspolizei Aargau konsultierten Fachleute gehen davon aus, dass das Tier vom Hallwilersee gut durch den Sommer kommen wird, den kalten Winter in freier Natur aber wohl nicht überleben würde.

Was frisst er?
Der Kaiman ist Fleischfresser und ernährt sich von Kleintieren: Fischen, Krebs- und Weichtieren. Oder wie im Hallwilersee: von Enten.

Und wenn es doch kein Kaiman ist, was könnte es dann sein?
Zum Beispiel ein Hecht, meint Ueli Haller, Chef der Schifffahrtsgesellschaft Hallwilersee. Der «Aargauer Zeitung» sagte er, dass im Hallwilersee ab und zu Schlangen und Biber gesichtet würden, auch diese schnappten nach Enten. Von der Grösse her käme in diesem Falle aber eher der Hecht infrage.

Erstellt: 17.07.2019, 10:40 Uhr

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