Aktivisten melden Vertreibung von Walfängern

Die Organisation Sea Shepherd bekämpft mit mehreren Schiffen den japanischen Walfang in der Antarktis. Ihre Störmanöver waren offenbar erfolgreich.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Umweltaktivisten der Organisation Sea Shepherd ist es nach eigenen Angaben gelungen, die japanische Walfangflotte aus deren Jagdgebiet in der Antarktis zu vertreiben. Die fünf Schiffe umfassende Flotte löse sich auf und jage derzeit keine Wale, erklärte Sea Shepherd heute. Die Harpunierschiffe seien Hunderte Kilometer voneinander entfernt, und das Fabrikschiff Nisshin Maru befinde sich weit ausserhalb des Walfanggebiets.

Die japanische Fischereibehörde bestritt dagegen, dass der Walfangeinsatz gestört sei. Sie würden keine Informationen zum genauen Ort der einzelnen Schiffe haben und diese auf jeden Fall nicht öffentlich machen, um den Aktivisten von Sea Shepherd die Ortung der Schiffe nicht zu erleichtern, sagte ein verantwortlicher Beamter. «Wir können lediglich bestätigen, dass die japanische Forschung weder ausgesetzt noch abgebrochen wurde.»

Australien reicht Klage ein

Die Aktivistengruppe Sea Shepherd verfolgt derzeit die japanischen Walfänger mit drei eigenen Schiffen. Am Montag hatte die Gruppe mitgeteilt, sie habe die Flotte «eingekreist» und dazu gezwungen, sich aufzuspalten. Sie veröffentlichte Fotos, die die Tötung von vier Walen zeigten.

Japan nutzt eine Ausnahme in dem 1986 beschlossenen Moratorium für den kommerziellen Walfang, das die Jagd von Walen zu «wissenschaftlichen Zwecken» erlaubt. Australien hat vor dem Internationalen Gerichtshof Klage eingereicht, um den angeblich «wissenschaftlich» motivierten Walfang der Japaner im antarktischen Walschutzgebiet zu verbieten. Mit einer Entscheidung wird in den kommenden Monaten gerechnet. (ldc/sda)

Erstellt: 07.01.2014, 10:59 Uhr

Artikel zum Thema

Umweltschützer machen Jagd auf Wal-Killer

Aktivisten der Organisation Sea Shepherd jagen im Südpolarmeer japanische Walfänger. Sie kritisieren die offiziell zu wissenschaftlichen Zwecken stattfindende Jagd als grotesk und grausam. Mehr...

Wal strandet an der Küste New Yorks

Im New Yorker Stadtteil Queens wurde ein 18 Meter langer Finnwal an Land getrieben. Die Feuerwehr kämpft um das Leben des Tiers, doch seine Chancen stehen schlecht. Mehr...

Blauwal nach Kollision mit Schiff gestrandet

Ein mehr als 20 Meter langer weiblicher Blauwal ist im nördlichen Kalifornien gestrandet. Die Behörden gehen davon aus, dass sich der Wal bei einem Zusammenstoss mit einem Schiff verletzt haben muss. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Die Welt in Bildern

Klebriger Protest: Eine PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) Aktivistin protestiert im Vorfeld der Mailänder Fashion Week gegen die Lederindustrie indem sie sich mit schwarzem Schleim übergiesst. (18. Februar 2020)
(Bild: Flavio Lo Scalzo) Mehr...