Auto mit 400 PS ist «für Fahrschüler nicht geeignet»

Ein Lernfahrer verliert die Kontrolle über das leistungsstarke Auto seines Lehrers und verursacht einen schweren Unfall. Kritisiert wird der Fahrlehrer – für die Wahl des Wagens.

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Ein 18-Jähriger verursachte vergangenen Montag in Veltheim AG einen spektakulären Unfall. Der Fahrschüler lenkte das Auto zu nah an den rechten Strassenrand, der Fahrlehrer griff ein. Der 400 PS-starke BMW driftete auf die Gegenfahrbahn und prallte frontal in ein entgegenkommendes Auto. Der korrekt fahrende Autolenker wurde in seinem Fahrzeug eingeklemmt und kam mit mittelschweren Verletzungen ins Spital. Der 18-jährige Lernfahrer blieb unverletzt – und musste zur Abklärung des Verdachts auf Drogeneinfluss eine Blut- und Urinuntersuchung abgeben.

Der betroffene Fahrlehrer Alexander Berchtold nahm nach dem Unfall im Interview mit «Tele M1» die Schuld auf sich. «Ich habe eingegriffen, aber ich habe es falsch gemacht, da gibt es nichts zu diskutieren», so Berchtold. Nun steht der 48-Jährige in der Kritik. Nicht wegen des Eingriffs ins Steuer, sondern wegen der Wahl seines Lernfahrwagens.

«Auto ist für Fahrschule nicht geeignet»

Thomas Stalder, Präsident des Aargauer Fahrlehrerverbands, glaubt nicht, dass ein solches leistungsstarkes Auto das richtige für eine Fahrschule ist: «Zwei Tonnen ist ein grosses Gewicht, das manövriert werden muss, besonders im Stadtverkehr hat das negative Folgen.» Für die Fahrschule sei das Auto nicht geeignet, sagt Stalder gegenüber dem Sender «Tele M1».

Fahrlehrer Berchtold verteidigt die Wahl seines Autos. Mehr Leistung unter der Haube verführe nicht zu höherem Risikoverhalten: «Im Gegenteil, die Schüler fahren sogar eher vorsichtiger. Manchmal muss ich sogar darauf hinweisen: Gib Gas, es ist 50.» Den grossen BMW brauche er nur für Automaten- oder Anhänger-Fahrstunden. Ansonsten fahren seine Schüler einen kleineren BMW M1 Coupé. Dieser ist mit 350 PS immer noch mit viel Leistung ausgestattet. (slw)

Erstellt: 10.08.2015, 09:46 Uhr

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