Behörden beschlagnahmen in Basel 600 Kilo Kokain

Dem Fedpol gelang in Zusammenarbeit mit Europol ein gigantischer Drogenfund. Drei Personen wurden in der Schweiz verhaftet.

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Justizbehörden in Europa, Südamerika, Asien und auch der Schweiz haben einen international tätigen Drogenhändlerring auffliegen lassen. Über eine Tonne Kokain und zwei Millionen Euro in bar wurden beschlagnahmt.

16 Personen wurden im Rahmen der «Operation Familia» festgenommen, wie Europol am Donnerstag meldete. Elf Verhaftungen gab es in Kroatien, Tschechien, Serbien und der Schweiz, weitere fünf in Hongkong. Drei Männer wurden am 16. Mai im Raum Basel angehalten.

21 Koffer voll Kokain

Im Auto hatten sie nicht weniger als 600 Kilogramm Kokain, verpackt in 21 Koffer. Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA eine Meldung von blick.ch. Die Drogen hätten einen sehr hohen Reinheitsgrad aufgewiesen, teilte der Infochef der Staatsanwaltschaft, Peter Gill, mit.

Die drei Männer wurden in der Nähe des Euro-Airport Basel-Mülhausen auf Schweizer Boden festgenommen. Alle drei befinden sich in Untersuchungshaft. Die kroatischen Justizbehörden hätten angekündigt, für alle drei Festgenommenen ein Auslieferungs- und Strafübernahmebegehren zu stellen, teilte Gill mit.

Es handelt sich um einen 35-jähriger Kroaten, einen 46-jährigen Tschechen und einen 59-jährigen Montenegriner. Europol vermutet, dass einer von ihnen ein führender Kopf des Kartells sein dürfte. Ein weiterer Anführer wurde in Kroatien festgenommen. Europol sprach aufgrund dieser Festnahme von «einem Schlag ins Herz des Kartells».

Fedpol ist Stolz

Angehalten wurden die drei Verdächtigten von Spezialformationen der Kantonspolizei Basel-Stadt sowie des Betäubungsmitteldezernates der Staatsanwaltschaft. Das beteiligte Bundesamt für Polizei (fedpol) äusserte sich auf Twitter «stolz, zu diesem grossen Erfolg internationaler Polizeikooperation beigetragen zu haben».

Den Rest der Drogen, weitere 421 Kilogramm Kokain, stellten die Behörden in Hongkong sicher. In Kroatien, Serbien, Tschechien, Slowenien und der Schweiz wurden zudem insgesamt rund 2 Millionen Euro beschlagnahmt. Festgesetzt wurden auch Luxusgüter, etwa Uhren und teure Autos, im Wert von über einer Million Euro.

Die Drogenhändlerbande – Europol spricht von einem Balkan-Kartell – operierte in Europa, Südamerika und Asien. Mehrmals hoben im Zeitraum 2018/2019 in Südamerika Privatflugzeuge mit Kokain an Bord in Richtung Europa ab. Nach Asien – meist nach Hongkong und Macao – wurden die Drogen per Schiff gebracht.

Erste Ermittlungen in Kroatien

Die kroatischen Behörden brachten die Ermittler auf die Spur des riesigen Händlernetzes, das Verbindungen in nicht weniger als 14 Länder hatte, innerhalb und ausserhalb der EU. Von Kroatien aus wurden Anfang 2018 erste Ermittlungen geführt.

Die «Operation Familia» wurde von Europol und der US-amerikanischen Drogenbehörde DEA koordiniert. An den Ermittlungen und Festnahmen waren Strafverfolgungsbehörden in zahlreichen Ländern rund um den Globus beteiligt.

(red)

Erstellt: 25.07.2019, 18:54 Uhr

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