Das Comeback des Winters

Die letzte der vier Eisheiligen, die kalte Sophie, hat kurzzeitig den Winter zurück in die Schweiz gebracht.

Passo chiuso – Pass gesperrt: Ein Strassenschild zeigt den Wetterumschwung. (15.05.2015)

Passo chiuso – Pass gesperrt: Ein Strassenschild zeigt den Wetterumschwung. (15.05.2015) Bild: Samuel Golay/Keystone

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Die Temperaturen stürzten in den Keller, in der Zentralschweiz und im Berner Oberland fiel die Schneefallgrenze bis unter 1000 Meter.

In Disentis GR zeigte das Thermometer am Freitag rund 20 Grad weniger an als noch am Donnerstag, wie Ludwig Zgraggen von MeteoSchweiz auf Anfrage sagte. In Bern wurden am frühen Freitagnachmittag gerade noch 4 Grad gemessen. Verantwortlich für den Temperatursturz war ein Tief, das sich von der Bretagne in den Golf von Genua verlagerte und kühlere Luft zu den Alpen brachte.

Die an sich schon kühle Luft verlor durch die sogenannte Niederschlagsabkühlung, die durch das Schmelzen von Schneeflocken hervorgerufen wird, weiter an Wärme. Dadurch fiel die Schneefallgrenze in den Alpen gemäss Zgraggen vielerorts auf gegen 1000 Meter.

Bis zu 50 Zentimeter Neuschnee auf 2000 Metern

In der Zentralschweiz, im Berner Oberland und im Oberwallis schneite es sogar bis gegen 700 Meter hinunter. Auf 2000 Metern fielen gemäss Zgraggen bis zu 20 bis 50 Zentimeter Neuschnee. Die meisten Niederschläge gingen im Tessin nieder - dort aber mehrheitlich in Form von kräftigen Gewittern. Teilweise fielen in 24 Stunden über 100 Liter pro Quadratmeter, wie Meteonews am Freitagabend mitteilte. Besonders heftig regnete es rund um Locarno.

Die Schneefälle schwächten sich am Freitagnachmittag nach und nach ab. Für Samstag sind bereits wieder deutlich höhere Temperaturen prognostiziert. Im Mittelland werden rund 20 Grad erwartet.

Mehrere Pässe geschlossen

Das kurze Comeback des Winters hatte auch Auswirkungen auf den Strassenverkehr. Der Gotthardpass, für den erst am Mittwochabend die Wintersperre aufgehoben worden war, wurde am Freitagvormittag wegen des Schneefalls wieder geschlossen. Für den Verkehr gesperrt wurden am Freitag zudem der Oberalp-, der Klausen-, der Albula- und der San-Bernardino-Pass.

Die Kalte Sophie gehört zu einer Gruppe von Heiligen-Gedenktagen Mitte Mai. An diesen sogenannten Eisheiligen orientierten sich viele Bauernregeln. Sie besagen, dass das Frühlingswetter erst nach den Gedenktagen stabil wird. Eine Bauernregel lautet: «Pflanze nie vor der Kalten Sophie». Eine weitere: «Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist.» (rsz/sda)

Erstellt: 15.05.2015, 18:53 Uhr

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