«Das ist neuestes Rollmaterial»

Die Matterhorn Gotthard Bahn ist in astreinem Zustand, sagt ein Experte. War dennoch ein Achsenbruch Grund für den Unfall? Oder doch eher ein Erdrutsch?

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«Die Matterhorn Gotthard Bahn ist bei weitem keine Problemlinie», sagt Edwin Dutler, Zentralpräsident des Vereins Pro Bahn Schweiz, der die Unfallstrecke gut kennt und da auch als Reiseleiter unterwegs ist. «Es handelt sich um das neueste Rollmaterial», sagt er. Da brauche es schon eine massive Auswirkung, damit ein Zug entgleist. Dutler vermutet, dass die Witterung Schuld am Unfall sein könnte. «Vielleicht ein Erdrutsch – aber das ist reine Spekulation.» Kaum sei etwas auf der Schiene, könne es zu einer Entgleisung des Zugs kommen.

«Wahnsinnige Herausforderungen»

Dass, wie von Augenzeugen berichtet, der drittletzte Wagen zuerst umgekippt sein und die anderen mitgerissen haben soll, kann sich Dutler nicht erklären. «Ich kann mir keinen Reim daraus machen», sagt er. Auch ob womöglich ein Achsenbruch den Zug hat entgleisen lassen, will er nicht kommentieren. «Wir müssen nun die Informationen der Polizei abwarten.»

Der Experte warnt aber vor den Folgen der Klimaerwärmung: «Die dadurch verstärkten Unwetter stellen uns vor wahnsinnige Herausforderungen. Der Klimawandel wird uns noch Probleme machen.»

Tatsächlich werden nicht selten Bahngleise von Erdrutschen verschüttet. Im April dieses Jahres entgleiste deswegen im Südtirol ein Zug. Sieben Personen kamen uns Leben, 20 wurden verletzt. Anfang Juli verschüttete ein Erdrutsch die Bahngleise zwischen Morteratsch und Bernina Suot in Graubünden. (reh)

Erstellt: 23.07.2010, 15:50 Uhr

«Keine Problemlinie»: Pro-Bahn-Präsident Edwin Dutler.

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