Das sind die Tricks der Einbrecher

Die Rekordzahl der Einbrüche wird 2013 wohl noch übertroffen. Die Polizei reagiert mit neuen Massnahmen. Eine Studie zeigt zudem, wie Diebe beim Einbruch vorgehen.

Schwachpunkt Fenster: Viele Diebe steigen so in das Haus ein.

Schwachpunkt Fenster: Viele Diebe steigen so in das Haus ein. Bild: Keystone

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Die Basler Versicherung befragte für eine Studie 40 Einbrecher im Gefängnis zu ihrem Vorgehen, ihrem bevorzugten Diebesgut und welche Massnahmen sie abschrecken. Auch mit 279 Opfern sprach die Versicherung. Die Resultate publizierte die «Schweiz am Sonntag».

Es zeigt sich: Profi-Einbrecher, die ihre Tat minutiös planen, sind höchst selten unterwegs, wie die Studie zeigt. Die meisten beobachten die Wohnungen und Häuser nicht einmal, sondern wählen die Objekte ihrer Begierde meist spontan und nach den Fluchtmöglichkeiten aus. «Halb-Profis» bevorzugen Orte in der Nähe von Autobahnen und anonyme Quartiere.

Diebe haben selten Schusswaffen bei sich

Entgegen der verbreiteten Wahrnehmung dringe nur ein Drittel der Diebe im Erdgeschoss ein. «Es besteht über alle Stockwerke hinweg ein ernst zu nehmendes Einbruchrisiko», sagt Jeanine Hoppe, Sprecherin der Basler Versicherung gegenüber der «Schweiz am Sonntag». Gerade tagsüber seien höhere Etagen eher gefährdet. «Einbrecher fühlen sich in oberen Stockwerken ungestörter», sagt Hoppe.

Schwachstellen seien bei den Mehrfamilenhäuser vor allem die Türen, schreibt die «Schweiz am Sonntag». Im Einfamilienhaus werde hingegen in 80 Prozent der Fälle durch Fenster oder Balkontüren eingebrochen.

Jedes fünfte Opfer gibt laut «Schweiz am Sonntag» an, seit der Tat Angst und Schlafstörungen zu haben. Eine beruhigende Erkenntnis der Befragung jedoch ist, dass Einbrecher in der Regel nicht gewalttätig sind. Meist fliehen sie, sobald jemand sie stört, und nur selten haben sie Schusswaffen bei sich, da diese sich vor Gericht strafverschärfend auswirken könnten.

Neue Massnahmen geplant

Wie die «Sonntagszeitung» schreibt, wird die Rekordzahl von über 61'000 Einbruchsdiebstählen aus dem letzten Jahr 2013 jedoch wohl übertroffen. In vielen Deutschschweizer Kantonen rechnen die Polizeien mit einer weiteren Zunahme. So etwa in Luzern, Schwyz, Schaffhausen, Solothurn oder Baselland. Mit etwa gleich hohen Einbruchszahlen wie 2012 rechnen zudem die Kantonspolizeien von Zürich, Bern, Aargau, St. Gallen und Graubünden. Einen leichten Rückgang stellen von den angefragten Kantonspolizeien nur jene von Appenzell Ausserrhoden, Basel-Stadt, Thurgau und Jura fest.

«Die professionelle Einbruchskriminalität hat immense Formen angenommen», sagt der Kommandant der Berner Kantonspolizei Stefan Blättler der «Sonntagszeitung». Verschiedene Kantonspolizeien regieren darum mit neuen Massnahmen. So werden in Bern zum Beispiel Grosskontrollen bewusst auf Autobahnen durchgeführt, da die Täter häufig in der Nähe von Autobahnen einbrechen.

Zusätzlich hat die Aargauer Polizei eine Sonderkommission eingesetzt, welche ausschliesslich gegen festgenommene Einbrecher aus dem Osten vorgeht. Die Sonderkommission ermittelt laut Graser derzeit gegen 25 kürzlich festgenommene Rumänen, denen zahlreiche Einbrüche zur Last gelegt werden.

(kle)

Erstellt: 01.12.2013, 13:08 Uhr

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Ich habe bauliche Massnahmen getroffen/Die Hausverwaltung hat bauliche Massnahmen getroffen

 
21.3%

Ich habe mein Verhalten angepasst (Fenster schliessen beim Verlassen der Wohnung etc.)

 
29.7%

Ich lagere meine Wertsachen anders als früher

 
10.8%

Keine Veränderung

 
38.3%

954 Stimmen


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