«Debrahlee, deine Hosen sind zu eng»

Zu sexy für die Arbeit: Eine 33-jährige Puertoricanerin klagt gegen die Citigroup. Der Grund? Ihre Schönheit soll sie den Job gekostet haben.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Kurven wie Jessica Simpson, einen unvergesslichen Hintern wie J. Lo und die Grazie einer Audrey Hepburn: Debrahlee Lorenzana ist die perfekte Mischung – ein Traum einer Frau. Ihr Wesen soll die Kollegen, ja sogar die Vorgesetzten von der Arbeit abgehalten haben. Darum soll die 33-jährige Puertoricanerin auch ihre Stelle bei der Citigroup nicht mehr haben – das meint zumindest der Anwalt der Superfrau zur New Yorker Wochenzeitung «The Village Voice». Die Kündigung sei aufgrund ihrer unglaublichen Schönheit ausgesprochen worden und habe nichts mit ihren Fähigkeiten zu tun, betont der Männertraum. Eine ihrer Freundin bestätigt: «Sobald Debrahlee auftaucht, benehmen sich die Männer wie Idioten».

Zu viele Kurven

Die Probleme der attraktiven Bankerin fangen gleich nach der Anstellung vor zwei Jahren an: Jupes und Stilettos durfte sie nicht mehr anziehen – zu viel Ablenkung für das männliche Geschlecht, heisst es. Sie wird ins Büro ihres Vorgesetzten zitiert, dieser soll ihr dann gesagt haben: «Debrahlee, deine Hosen sind zu eng». Die Puerotricanerin wehrt sich anfänglich gegen die Kleiderrestriktionen, denn die anderen Mitarbeiterinnen treten nicht anders auf.

«Solche Kurven wie die deinen besitzen wir aber nicht», finden aber die Kolleginnen. Doch Debrahlee hätte auch mit einem Papiersack über dem Kopf gestülpt ins Büro kommen können, das hätte keinen Unterschied gemacht. «Entweder passten die Schuhe nicht, oder dann war es die Bluse, die zu aufreizend daher kam.»

Doch die Arbeit liegt der 33-jährigen am Herzen, so dass sie schliesslich den Armani-Dress und die Christian-Louboutin-Pumps gegen den Schlabberlook und die Flip-Flops eintauscht. Jetzt missfällt dem Vorgesetzten die Garderobe – vor allem im Umgang mit den Kunden. Als einzige weibliche Business-Bankerin im Chrysler Building in Manhattan hat die Emigrierte einen schweren Stand, nicht nur, weil sie zum vermeintlich schwächeren Geschlecht gehört, sondern, weil sie den Männern mit ihren Kurven den Kopf verdreht.

Debrahlee bemerkt schnell, dass der Vorgesetzte ihr nichts zutraut und die wichtigen Aufgaben ihren männlichen Kollegen anvertraut. Also hat er sie trotzdem nur wegen ihrer Schönheit eingestellt? Es geht nicht mehr lange und sie wird entlassen.

Ein vager Begriff

Die Kleidervorschriften der Citibank sehen vor, dass Angestellte nicht «aufreizend» gekleidet sein sollten – ein relativ vager Begriff. Debrahlee Lorenzana, ursprünglich gelernte Rettungssanitäterin, ist mit 21 Jahren nach New York gekommen und in die Finanzbranche reingerutscht.

Ob sie die gute Stelle bei der Citigroup wegen ihres Aussehen erhalten hat? Tatsache bleibt, dass die attraktive Emigrantin nun gegen ihren ehemaligen Arbeitsgeber klagt. Der Grund? Sexuelle Diskriminierung am Arbeitsplatz. Wenn sie aus ihren Kurven Kapital schlägt, dann könnte sie nicht nur ihren Anwalt von ihrer unrechtmässigen Entlassung überzeugen.

Erstellt: 04.06.2010, 13:15 Uhr

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Blogs

Geldblog Sie trauen der Börsen-Hausse nicht? So gewinnen Sie beim Crash

Von Kopf bis Fuss Hausmittel gegen Husten und Halsweh

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Die Welt in Bildern

Warten auf den Papst: Ein Mann schaut aus seinem Papst-Kostüm hervor. Der echte Papst verweilt momentan in Bangkok und die Bevölkerung feiert seine Ankunft. (20. November 2019)
(Bild: Ann Wang) Mehr...