Demonstranten umstellen Shell-Plattform in Kajaks

Der Ölkonzern Shell will ab Sommer vor Alaska mit Probebohrungen nach Öl beginnen. Im Hafen von Seattle haben nun Umweltaktivisten vor einer Bohrinsel des Konzerns gegen die Pläne demonstriert.

Die geplanten Bohrungen vor Alaskas Nordküste sind höchst umstritten: Demonstranten haben sich in Kajaks und Kanus vor der Plattform Polar Pioneer im Hafen von Seattle positioniert.

Die geplanten Bohrungen vor Alaskas Nordküste sind höchst umstritten: Demonstranten haben sich in Kajaks und Kanus vor der Plattform Polar Pioneer im Hafen von Seattle positioniert. Bild: Keystone

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Hunderte Aktivisten haben im Hafen der US-Stadt Seattle gegen Pläne des Mineralölkonzerns Shell protestiert, ab Sommer im Nordpolarmeer mit Probebohrungen nach Öl zu beginnen. Sie fuhren in Kajaks, Kanus und Paddelbooten in die Nähe der angedockten Shell-Bohrinsel Polar Pioneer. Einige Aktivisten hatten Plakate und Schilder mit Aufschriften wie «Klima Gerechtigkeit», «Ölfreie Zukunft» und «Wir können nicht das ganze Öl des Planeten verbrennen und weiter darauf leben» dabei.

Die geschäftsführende Direktorin von Greenpeace USA, Annie Leonard, sagte, es gebe eine lange Liste von Gründen, warum die Bohrungen in der Arktis schlecht seien. Der Fokus sollte in Zeiten des Klimawandels vielmehr auf erneuerbaren Energien liegen und nicht auf dreckigen Brennstoffen.

400 Milliarden Barrel Öl in der Arktis

Shell möchte im Sommer im Tschuktschen Meer vor Alaska mit Öl-Probebohrungen beginnen. Greenpeace und andere Umweltgruppen lehnen das ab, weil sie Schäden für die Umwelt befürchten. Die Polar Pioneer ist eine von zwei Ölplattformen, die Shell für die Bohrungen vor Alaskas Nordküste einsetzen möchte.

Die zweite Plattform Noble Discoverer soll später im Hafen von Seattle ankommen. In der Arktis sollen laut Shell 30 Prozent der noch nicht entdeckten weltweiten Erdgas- und 13 Prozent der noch unentdeckten Ölvorkommen lagern. Das entspreche einem Gegenwert von rund 400 Milliarden Barrel Öl, zehn Mal so viel, wie bis heute insgesamt an Öl und Gas in der Nordsee gefördert worden sei. Die Erschliessung dieser Rohstoffquellen sei unverzichtbar, um die Energieversorgung für die Zukunft sicherzustellen, meint Shell. (sda)

Erstellt: 17.05.2015, 08:48 Uhr

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