Denkmal für Carunglück-Opfer von Siders eingeweiht

Drei Jahre ist es her, seit dem sich das tragische Carunglück in Siders ereignet hatte. Die Angehörigen der Opfer haben nun an der offiziellen Gedenkfeier ein Denkmal eingeweiht – in Anwesenheit der Bundespräsidentin.

Ein Denkmal für die Opfer: Angehörige gedenken den verunglückten Kindern in Sierre. (13. März 2015)

Ein Denkmal für die Opfer: Angehörige gedenken den verunglückten Kindern in Sierre. (13. März 2015) Bild: Laurent Gillieron/Keystone

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Bei dem Carunglück vom 13. März 2012 waren im Autobahntunnel von Siders 28 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen 22 belgische und niederländische Kinder. Die Schweizer Bundespräsidentin Sommaruga, der belgische Premierminister Charles Michel, der Walliser Staatsratspräsident Jean-Michel Cina und der Stadtpräsident von Siders, François Genoud, gedachten in Ansprachen der Opfer.

«Ich teile mit Ihnen Ihre Trauer und Ihren Schmerz, so wie die ganze Schweizer Bevölkerung vor drei Jahren mit Ihnen getrauert hat», sagte die Bundespräsidentin laut Redetext zu den Angehörigen: «Das Mitgefühl und die Solidarität der Walliser Bevölkerung und der ganzen Schweiz waren spontan und stark. Und die Anteilnahme ist auch heute gross.»

Bundespräsidentin Sommaruga und Staatsratspräsident Cina legten anschliessend beim Amphitheater Auguste Piccard am Lac de Géronde (Gerundensee) gemeinsam einen Kranz nieder. Dasselbe tat Premierminister Michel in Erinnerung an das Drama von Siders für Belgien und Sander Dekker, Staatssekretär für Bildung, Kultur und Wissenschaft, für die Niederlande.

Gedenkstätte direkt über dem Tunnel

Der Stadt Siders und den Familien der Opfer war es ein Anliegen, eine Gedenkstätte für alle vom Busunglück betroffenen Personen zu errichten, wie der Stadtpräsident von Siders sagte. Mit der Gedenkstätte August Piccard beim Gerundensee habe der ideale Standort mit Blick auf den gedeckten Autobahneinschnitt gefunden werden können. Landschaftsarchitekt Paolo Bürgi habe damals die Annäherung zwischen den Ländern und den Völkern symbolisieren wollen.

Die Gedenkstätte direkt über dem Tunnel solle ebenfalls eine Annäherung symbolisieren: ein Zusammenrücken angesichts des Dramas, des Todes und des Schmerzes. Gestaltet wurde das Denkmal von der Bildhauerin Beatriz Canfield, einer in Siders wohnhaften mexikanischen Künstlerin. Ihr Werk besteht aus zwei vertikalen Pfeilern von drei Metern Höhe. Dieses duale Werk zwischen Tag und Nacht, Himmel und Erde soll eine Rückkehr zum Wesentlichen und letztlich eine Hommage an das Leben sein.

Noch vor der offiziellen Einweihung des Denkmals hatten sich die Opferfamilien zusammen mit den Rettungskräften an den Unfallort im Tunnel der Autobahn A9 begeben, um noch einmal Abschied zu nehmen.

Ursache des Unglücks nicht ganz geklärt

Der belgische Reisecar war vor drei Jahren auf der Heimfahrt von einem Skilager im Wallis auf der Autobahn A9 frontal in die Nothaltenische eines Tunnels geprallt. Die Ursache des Unglücks ist ungeklärt, ist aber nach Ansicht der Walliser Staatsanwaltschaft auf den verstorbenen Chauffeur zurückzuführen.

Die Untersuchungsbehörden schlossen alle anderen Unfallhypothesen aus und vermuten eine Unachtsamkeit oder einen Schwächeanfall beim Lenker. Die Walliser Staatsanwalt stellte die Untersuchung zum Unfall im Juni 2014 ein. Dies wurde von mehreren Eltern der Kinder angefochten. Der Rekurs ist vor dem Walliser Kantonsgericht hängig. (pst/sda)

Erstellt: 13.03.2015, 18:20 Uhr

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