Hintergrund

Der Partner mit der kalten Schnauze

Hunde sind aus dem Schweizer Polizeialltag nicht mehr wegzudenken. Jetzt wird ihnen ein Bildband gewidmet.

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Polizeihunde sind aus dem Alltag der Gesetzeshüter kaum mehr wegzudenken. Die treuen Begleiter werden bei der Suche nach Verbrechern in Gebäuden, im Wald oder anderswo eingesetzt oder beispielsweise zum Verfolgen von Fährten von Vermissten. Auch bei Sicherungsaufgaben (Demonstrationen, Sportanlässe etc.) kommen sie zum Zuge.

Der Zuger Polizeihundeführer-Verein würdigt nun die Gesetzeshüter mit der kalten Schnauze mit einem Buch: «Spürnasen im Einsatz» erzählt Geschichten und zeigt Bilder aus 75 Jahren Hundeführer-Alltag. Bei der Zuger Polizei stehen seit 25 Jahren Hunde im Einsatz, 15 sind es derzeit. «Jeder Hundeführer hat seinen persönlichen Vierbeiner, der ihn auch privat begleitet. Der Hund ist immer dabei», sagt Manfred Suter, Technischer Leiter der Hundeführerabteilung und Mitinitiant des Buches. Er ist seit dem Eintritt in die Zuger Polizei vor über 20 Jahren Hundeführer. Aktuell begleitet ihn Pango, mit dem er Ende Januar die Ausbildung beendet hat. Es ist sein siebter Polizeihund.

Bluthund nimmt Fährte auf

Als Schutzhunde kommen vor allem der Deutsche und Belgische Schäferhund sowie der Rottweiler zum Einsatz. Bei der Suche nach Drogen setzt man häufig auf den Labrador. Zur Familie der Polizeihunde gehört seit einigen Jahren auch der Bluthund. «Er eignet sich sehr gut als Personensuch-Hund und ist auch bei der Zuger Polizei nicht mehr wegzudenken.» Bluthunde arbeiten nach dem sogenannten Individualgeruch. «Alleine anhand einer Geruchsprobe können sie auch in Gebieten mit dichter Überbauung die Fährte aufnehmen. Schutzhunde hätten hier keine Chance», so Suter.

Viel Geduld gefragt

Die Ausbildung eines Polizeihundes, die bereits im Welpen-Alter beginnt, dauert bis zu drei Jahre. Spätestens mit zehn Jahren erwartet sie dann der wohlverdiente Ruhestand. Das Anforderungsprofil an den Hund ist hoch, aber auch der Hundeführer wird gefordert. «Es braucht viel Geduld, Hartnäckigkeit und Fleiss. Jeder Hund hat einen eigenen Charakter und in der Ausbildung erlebt man auch Rückschläge, mit denen man umgehen muss», sagt Suter. Die Kunst sei es, den für den jeweiligen Hund geeigneten und erfolgversprechendsten Weg zu finden.

Das Interesse an den Polizeimitarbeitern mit vier Pfoten sei ungebrochen. Man habe viel mehr Interessenten als Hundeführerplätze. Wer sich für die Aufgabe entscheidet, ist voll ausgelastet: «In den ersten drei Jahren bleibt keine Zeit für andere Hobbys. Man investiert enorm viel Freizeit, aber der Hund gibt einem auch sehr viel zurück», sagt Suter.

Heute sei die Ausbildung der Hunde insgesamt viel professioneller, auch weil man aus der Vergangenheit viele Erfahrungswerte sammeln konnte. Früher sei mehr mit Zwang gearbeitet worden. Dies sei heute schon alleine aus tierschutzrechtlichen Gründen nicht mehr erlaubt. «Es wird viel mehr Wert auf die Motivation gelegt – der Hund soll Spass an der Aufgabe haben», sagt Suter. Man wolle letztlich auch sozialverträgliche Diensthunde ausbilden – und keine Bestien. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.03.2011, 15:18 Uhr

Infobox

Zu seinem Jubiläum hat sich der Zugerische Polizeihundeführer-Verein ZPHV ein besonderes Geschenk gemacht. Geschichte und Geschichten von zwei- und vierbeinigen Polizisten sind in der Form eines 160-seitigen Buches zusammengefasst. Von den Veränderungen des Vereins, vor allem aber auch von der Ausbildung und von Einsätzen wird berichtet; illustriert werden die spannenden Erzählungen mit wunderschönen Fotos. Ergänzt wird das Werk mit einer DVD mit Filmsequenzen und Fernsehsendungen zum Thema. Bestellt werden kann das Buch für 28 Franken bei zphv.polizei@zg.ch.

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