Rutschpartien und gestrichene Flüge nach erstem Schnee

Dutzende annullierte Flüge, 60 Autounfälle allein im Kanton Bern und Windböen von 120 km/h: Die Schweiz erlebt das erste richtige Winterwochenende.

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Der erste Schnee im Flachland hat am Samstag zu etlichen Unfällen geführt - Lenker prallten mit ihren Autos in Laternen, Leitplanken und in andere Fahrzeuge. Am Flughafen Zürich mussten Dutzende Flüge gestrichen werden. Vielerorts verschwand die weisse Pracht jedoch nach kurzer Zeit wieder.

Am Samstagmorgen lagen weite Teile der Schweiz unter einer Schneedecke. Laut Gaudenz Flury von SRF Meteo wurde der höchste offizielle Wert morgens um 7 Uhr in Koppigen bei Bern gemessen: 8 Zentimeter. In Payerne VD lagen 5 und in Genf 3 Zentimeter. Pech hatten die Basler: Regen weichte die 2 Zentimeter Schnee schnell wieder auf.

Im Laufe des Tages wuchs die Schneedecke vielerorts deutlich an. Offizielle Messungen gibt es jedoch nur morgens um 7 Uhr und abends um 19 Uhr. So ist alles, was den Wetterdiensten zwischendurch von Privaten gemeldet wird, lediglich eine Momentaufnahme. Laut Jürg Zogg von SRF Meteo sind etwa aus den Kantonen Zürich, Thurgau und St. Gallen 15 bis 20 Zentimeter Neuschnee gemeldet worden. Lokal dürften es auch mehr gewesen sein.

Die Unterschiede waren regional gross, und an vielen Orten ist der wenige Schnee umgehend wieder weggeschmolzen oder verregnet worden. Gesamtschweizerisch gesehen hat das Unterwallis am meisten Schnee bekommen. Im Tessin hingegen dauerte es etwas länger, bis am Morgen die ersten Flocken fielen.

60 Unfälle im Kanton Bern

Die Schweiz hatte den ersten Schnee im Flachland zwar herbeigesehnt - auf den Strassen wird er dann allerdings schnell zum Ärgernis. Mehrere Kantone meldeten zahlreiche Unfälle: Die Lenker prallten mit ihren Fahrzeugen in Laternen, Leitplanken, Mauern, Strassensignale, Bäume, Brückenpfeiler und in andere Fahrzeuge. Meist blieb es bei Blechschäden.

Im Kanton Bern krachte es am Vormittag rund 60 Mal, 18 Mal auf Autobahnen. Sechs Personen mussten ins Spital. Im Kanton Zürich wurden rund 40 Unfälle mit Blechschäden gezählt, im Kanton Solothurn rund 25.

In den Kantonen Thurgau und Graubünden zählte die Polizei jeweils rund ein Dutzend Verkehrsunfälle im Zusammenhang mit dem Wintereinbruch. Während die Unfälle im Thurgau glimpflich ausgingen, wurden im Kanton Graubünden vier Personen leicht verletzt. Im Kanton Schwyz schliesslich ereigneten sich sieben Verkehrsunfälle, eine Person wurde verletzt.

«Schwierige Verhältnisse» am Flughafen Zürich

Auch der Flugverkehr war vom Wetterumschwung betroffen. Am Flughafen Zürich verzögerten sich die Abflüge wegen des Schnees um rund eine Stunde, wie es am Samstagmittag auf Anfrage hiess. Bei den Langstreckenflügen war es noch mehr.

Ein Sprecher der Flughafen Zürich AG sprach von «schwierigen Verhältnissen». Bis am Mittag wurden die Pisten vier Mal gereinigt. Rund 30 einzelne Flüge mussten annulliert werden - nicht nur wegen des Wetters in Zürich, sondern auch in anderen Teilen von Europa.

Am Flughafen Genf-Cointrin waren rund 120 Flüge zwischen wenigen Minuten und zwei Stunden verspätet.

Vielerorts in der Schweiz blieb der erste Schnee nicht lange liegen. Dafür verantwortlich war unter anderem der stürmische Südwestwind. Im Flachland gab es laut SRF Meteo stellenweise Sturmböen. In Elm GL wurden um 11 Uhr Böen von 96 Stundenkilometern gemessen, in Altdorf UR von 91 km/h. Auf den Gipfeln blies der Wind mit bis zu 120 km/h.

Mässiger Schneefall fast in der ganzen Schweiz: Gefahrenkarte von Meteonews.ch. (thu/fko/sda)

Erstellt: 26.12.2014, 16:43 Uhr

15'000 Autos stecken in Frankreich fest

Der Wintereinbruch mit Schnee, Eis und Verwehungen hat auch in Teilen Frankreichs für erhebliche Störungen gesorgt. Betroffen waren vor allem Regionen im Osten des Landes. In den Alpengebieten der Savoyen kamen am Samstag etwa 15'000 Fahrzeuge wegen der Schneemassen nicht mehr voran.(sda)

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