Der bislang heisseste Tag des Jahres

Strahlender Sonnenschein, wolkenlos blauer Himmel und Rekordtemperaturen: Die Schweiz erlebte ein Sommer-Wochenende wie aus dem Bilderbuch. Am heissesten wurde es im Wallis mit 35,5 Grad.

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Das Wochenende habe in Sachen Hochsommer «sämtliche Klischees» erfüllt, teilte der Wetterdienst Meteonews am Sonntagnachmittag mit. Am heissesten wurde es am Sonntag in Sitten mit 35,5 Grad. Diesen Wert teilten Meteo Schweiz und Meteonews übereinstimmend mit. Meteomedia mass in Ackersand VS gar einen Wert von 37,6 Grad.

Von den Städten erlebte laut MeteoNews Basel mit 33,9 Grad die höchsten Temperaturen. Aber auch in den anderen Landesteilen kletterten die Werte deutlich über 30 Grad. So wurden in Stabio TI 33,6 Grad gemessen, in Bern 33 Grad, in Chur 32,6 Grad und in Zürich 32,4 Grad.

Keine Rekorde im Flachland

Besonders stark wirkte sich die Hitzewelle in den Bergregionen aus. Wie Meteorologe Daniel Murer von Meteo Schweiz auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte, wurde auf dem Jungfraujoch mit 12,8 Grad ein Allzeitrekord gemessen. Seit 1959 sind die Messungen auf dem Jungfraujoch miteinander vergleichbar. Auf dem Grossen Sankt Bernhard wurde der Rekord vom Hitzesommer 2003 mit 21,6 Grad egalisiert.

Zudem wurden am Sonntag an zahlreichen Orten die höchsten August-Werte verzeichnet: Unter anderem in Crans-Montana VS mit 30,4 Grad, auf dem Pilatus mit 24 Grad und auf dem Chasseral im Berner Jura mit 26,6 Grad.

Dass im Flachland keine Rekordwerte gemessen wurden, liegt laut Meteorologe Murer daran, dass die Temperaturen am Morgen im Vergleich zu 2003 relativ tief lagen – zwischen 13 und 16 Grad – und die Tage gegen Ende August nicht mehr so lang sind.

Die Hitzewelle dürfte laut Einschätzung der Meteorologen noch mindestens bis am Dienstag anhalten. Grund für die hohen Temperaturen ist das Spätsommerhoch «Achim», das heisse Luft aus Nordafrika in die Schweiz fliessen lässt.

2003: Höchstwert bei 41,5 Grad

Die höchste je in der Schweiz gemessene Temperatur beträgt 41,5 Grad. Sie wurde am 13. August 2003 in Grono GR im Misox gemessen. Auf Platz 2 der Hitliste befindet sich Basel mit 38,6 Grad am 31. Juli 1983.

Dagegen nimmt sich der bisherige Jahreshöchstwert bescheiden aus. Am 30. Juni 2012 wurden in Bad Ragaz im St. Galler Rheintal 35,8 Grad gemessen. Dieser Wert dürfte bis Dienstagabend wahrscheinlich übertroffen werden, schreibt SF Meteo. Die anderen Höchstwerte lägen ausser Reichweite. (fko/sda)

Erstellt: 18.08.2012, 21:22 Uhr

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Sieben Menschen sterben im Wasser

Die Hitzewelle hat auch ihre Schattenseiten: Seit Donnerstag sind in der Schweiz mindestens fünf Menschen beim Baden in Seen und Flüssen gestorben. Zudem ertranken ein Bub im Pool der Eltern und eine Frau beim Canyoning.

Gleich zwei Schwimmer sind im Genfersee ums Leben gekommen. Ein 37-jähriger Genfer verschwand am Samstag plötzlich von der Bildfläche. Beobachter alarmierten die Polizei, doch die Retter fanden den Mann leblos auf einer Tiefe von knapp vier Metern. Bereits am Donnerstag wurde ein 78-Jähriger bei Lutry VD ebenfalls tot gefunden. Der Mann aus der Region war zwei Tage lang vermisst worden.

Pole ertrinkt im Strandbad

Auch im Thunersee starb ein Mann: Ein 33-jähriger Pole ertrank am Freitag im Strandbad Oberhofen BE. Er war mit zwei Begleiterinnen am Schwimmen, als er plötzlich unterging. Ein Badegast konnte den Mann zwar aus der Tiefe holen und an Land ziehen, die Wiederbelebungsversuche blieben aber ohne Erfolg.

Die beiden Flüsse Aare und Rhein wurden ebenfalls zwei Männern zum Verhängnis. Ein 80-Jähriger aus der Region starb am Samstag beim Schwimmen in der Aare bei Rubigen BE. Auch er konnte aus dem Wasser geholt, aber nicht mehr reanimiert werden.

Tibeter stirbt im Rhein

Im Rhein bei Birsfelden BL starb am Donnerstag ein 27-jähriger Mann aus Tibet. Er hatte mit Kollegen auf einer Kiesbank mit einem Ball gespielt, als der Ball ins Wasser fiel. Als er den Ball zurückholen wollte, ging der Mann unter.

Die Ursachen dieser Badeunfälle waren jeweils zunächst unklar.

Siebenjähriger in kritischem Zustand

Im Pool seiner Eltern ist zudem am Donnerstag ein zweijähriger Bub ertrunken. Er und sein siebenjähriger Bruder fielen in das Bassin, als die Mutter kurz ins Haus ging, um etwas zu erledigen - obwohl der Pool mit einer Holzabsperrung von der Terrasse getrennt ist. Für den Zweijährigen kam jede Hilfe zu spät, sein Bruder wurde in kritischem Zustand ins Spital gebracht. Bis am Sonntagabend hat sich sein Zustand nicht verbessert, wie es beim Lausanner Unispital auf Anfrage hiess.

Ein Canyoning-Abenteuer in Avers GR wurde am Samstag einer 20-jährigen Zürcherin zum Verhängnis. Im Averser Rhein blieb sie zwischen Steinen hängen. Trotz Schwimmweste um die Taille und am Oberkörper wurde sie unter Wasser gedrückt. Über längere Zeit versuchte ihr Begleiter, sie freizubekommen. Sie kämpfte gegen das reissende Wasser, doch ihre Kräfte reichten nicht aus. Sie tauchte unter und konnte nur noch tot geborgen werden.

Die Statistik der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) umfasst für das Jahr 2012 tödliche Badeunfälle bis zum 4. August. Bis zu diesem Datum sind 22 Menschen ertrunken – davon 11 in Flüssen und 7 in einem See. Im vergangenen Jahr ertranken in Schweizer Gewässern 40 Menschen. (sda)

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