Die Passagiere von Flug MH 17

An Bord der Boeing-777 von Malaysia Airlines befanden sich 298 Menschen aus aller Welt mit höchst unterschiedlichen Schicksalen.

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Flug MH17 war auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur, als die Maschine über der Ukraine abgeschossen wurde. An Bord der Boeing 777 waren 298 Menschen aus aller Welt und aus den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft.

Einige Passagiere befanden sich auf dem Weg zur 20. Internationalen Aids-Konferenz in Melbourne in Australien, die am Sonntag beginnt. Das Academic Medical Center Hospital in Amsterdam erklärte, auch der renommierte Aids-Forscher Joep Lange und seine Kollegin Jacqueline van Tongeren seien an Bord der Maschine gewesen. «Joep war ein Mann, der keine Grenzen kannte», hiess es in einer Erklärung des Krankenhauses. «Er war eine grosse Inspiration für jeden, der etwas gegen die Aids-Tragödie in Afrika und Asien tun wollte.»

In Genf teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO mit, dass ihr Sprecher Glenn Thomas getötet worden sei. Auch der 49 Jahre alte Brite befand sich demnach auf dem Weg zur Aids-Konferenz. «Er wird uns mit seinem Lachen und seiner Leidenschaft für die öffentliche Gesundheit in Erinnerung bleiben», sagte sein Kollege Gregory Hartl.

Politische Aktivisten und Schüler

Die meisten der Opfer, mindestens 189, waren Niederländer. In den Niederlanden sind im Moment Sommerferien. Die Minkema-Schule in Woerden verlor drei Schüler. Ihre Identität wurde nicht veröffentlicht. Die Rektorin öffnete die Einrichtung für Schüler, Eltern und Lehrer, damit sie sich gegenseitig beistehen können.

In der Küstenstadt Volendam legten die Menschen vor einem Blumenladen Blumen nieder. Die Besitzerin und ihr Freund sollen auch unter den Opfern sein. «Lieber Cor, liebe Neeltje. Das ist ungewollt, unfassbar und unfair. Ruht in Frieden. Wir werden Euch nie vergessen», stand auf einem handgeschriebenen Zettel. Auch der politische Aktivist Pim de Kuijer und der Senator Willem Witteveen von der Sozialdemokratischen Partei PvdA kamen ums Leben.

In Kuala Lumpur wartete die 67 Jahre alte Akmar Mohamad Noor vergeblich auf ihre ältere Schwester, die sie zum ersten Mal seit fünf Jahren besuchen wollte. «Sie rief mich kurz vor dem Boarding an und sagte: Wir sehen uns bald», erklärt die Frau völlig aufgelöst.

Newcastle-Fans und eine Nonne

In Sydney versammelten sich Schüler der katholischen Kincoppal-Rose Bay School of the Sacred Heart zum Gebet für Schwester Philomene Tiernan. Die 77 Jahre alte Nonne hatte dort unterrichtet. «Wir sind völlig am Boden zerstört. Für mich war sie eine grosse Mentorin und eine persönliche Freundin», sagte Rektorin Hilary Johnston-Croke mit brüchiger Stimme.

Auch der 68 Jahre alte Nick Norris aus der westaustralischen Stadt Perth und seine drei Enkel im Alter von acht, zehn und zwölf Jahren kamen bei dem Absturz ums Leben.

Der englische Premier-League-Club Newcastle United teilte mit, dass zwei seiner Fans getötet wurden. Sie waren auf dem Weg nach Neuseeland, wo der Verein mehrere Testspiele absolvieren sollte.

Erstellt: 18.07.2014, 20:29 Uhr

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