Die Wucht des Aufpralls erklärt

Vom Airbus sind nach dem Absturz nur Kleinstteile übriggeblieben. Über Energie-Schätzungen, die sich im Gigajoule-Bereich bewegen.

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Von der A320 ist nicht mehr viel zu sehen. Als hätte sie eine gewaltige Explosion in tausend Stücke zerfetzt, liegen die Trümmerteile am ganzen Berghang verstreut: Auf einer Fläche von etwa 200 Hektar vermuten die Behörden Teile des verunglückten Flugzeugs.

Es stellt sich die Frage, warum hier im Gegensatz zu anderen Abstürzen nicht wenigstens einige grössere Teile von Rumpf oder Tragflächen mehr oder weniger erhalten geblieben sind?

Aufprallenergie wie 0,3 Tonnen TNT

Eine grobe Abschätzung der Aufprallenergie könnte das erklären. Das Maximalgewicht der A320 von Germanwings beträgt 78 Tonnen. Somit nehmen wir an, dass er beim Aufprall rund 70 Tonnen wog. Am Ende des aufgezeichneten Sinkflugs hatte die A320 eine Geschwindigkeit von rund 700 km/h. Wenn sie mit diesem Tempo frontal gegen den Berghang geprallt ist, wird eine Aufprallenergie von rund 1,4 Gigajoule frei. Das entspricht der Detonation einer Bombe von rund 0,3 Tonnen TNT.

Zum Vergleich: Die stärkste konventionelle Bombe, die Moab der USA, entwickelt eine Sprengkraft von 11 Tonnen TNT. Bei den improvisierten Bomben hingegen erreichen nur die grössten in etwa die Aufprallenergie des A320, zum Beispiel beim Bombenanschlag von Oklahoma City im April 1995 (zirka 0,45 Tonnen TNT).

Freier Fall aus zwei Kilometern Höhe

Wenn ein Flugzeug nicht wie die A320 frontal in einen Berghang rauscht, sondern in einem flachen Winkel auf dem Boden aufschlägt, ist die Aufprallenergie deutlich geringer. Daher bleiben bei einem weniger frontalen Crash häufig grössere Teile des Flugzeugs erhalten.

Eine weitere Abschätzung ergibt, dass die Aufprallenergie der A320 einem freien Fall aus zwei Kilometern Höhe entspricht (ohne Bremswirkung der Atmosphäre). Auch das erklärt, weshalb es nahezu undenkbar ist, dass jemand solch einen Aufprall überlebt.

Erstellt: 25.03.2015, 14:26 Uhr

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