«Diese Ungerechtigkeit macht ihn verrückt»

Der überlebende Attentäter von Boston, Dzhokhar Tsarnaev, kann wieder gehen. Seiner Mutter hat er versichert, er sei unschuldig. Der Vater eines getöteten Freundes erhebt unterdessen schwere Vorwürfe.

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Dzhokhar Tsarnaev hat sich nach Angaben seiner Mutter von seinen Verletzungen teilweise erholt. Der 19-Jährige habe ihr in einem Telefongespräch gesagt, dass er wieder selbst laufen könne und einen sehr guten Arzt habe, sagte seine Mutter, Subeidat Tsarnaeva der Nachrichtenagentur AP. Tsarnaev war bei seiner Festnahme nach den Bombenanschlägen Mitte April schwer verletzt worden und befindet sich mittlerweile in einem Gefängnisspital. Sein Bruder wurde von der Polizei getötet.

Dzhokhar gehe es zwar besser, er wisse aber nicht, was um ihn herum vorgehe, sagte seine Mutter bei einem Interview in ihrer Wohnung in Machatschkala, der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Dagestan. Ihr Sohn habe ihr versichert, dass er und sein Bruder unschuldig seien. «Ich konnte fühlen, dass ihn diese Ungerechtigkeit, die uns widerfährt, verrückt macht, dass sie unseren unschuldigen Tamerlan getötet haben.»

Auch ihr Ehemann, Ansor Zarnajew, beharrte auf der Unschuld seiner Söhne. «Ich kann nur zu Gott beten und hoffen, dass eines Tages die Gerechtigkeit siegen wird, unsere Kinder freigesprochen werden, und wir zumindest Dzhokhar zurückbekommen. Verkrüppelt, aber am Leben.»

Polizisten töteten Todaschev «im Stile einer Hinrichtung»

Nach dem gewaltsamen Tod eines Tschetschenen bei einem Verhör im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag von Boston erhob auch dessen Vater schwere Vorwürfe gegen das FBI. Agenten hätten Ibragim Todaschev «im Stile einer Hinrichtung» umgebracht, sagte Abdul Baki Todaschev am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Moskau.

So weise die Leiche seines Sohnes sechs Schussverletzungen am Oberkörper und eine am Hinterkopf auf. Der Vater präsentierte anwesenden Journalisten zudem 16 Fotos, die Todaschev in einer Leichenhalle im US-Staat Florida zeigen sollen. Die Fotos habe ein Freund seines Sohnes gemacht.

Ibragim Todaschev war nach FBI-Angaben vergangene Woche in Florida getötet worden, als er zu seinen Beziehungen zu Tamerlan Tsarnaev befragt wurde. Bei dem Verhör sei Todaschev plötzlich gewalttätig geworden, hiess es. (rub/sda)

Erstellt: 31.05.2013, 00:03 Uhr

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