Dorf versteigert Pottwal-Kadaver auf Ebay

Eine kanadische Gemeinde hat nicht genug Geld, um einen angeschwemmten Wal zu entsorgen. Die Auktionsplattform sollte weiterhelfen. Doch das verstösst gegen die Regeln von Ebay.

Kein Geld für die Entsorgung: Angeschwemmter Pottwal in St. George, Kanada. (27. April 2014)

Kein Geld für die Entsorgung: Angeschwemmter Pottwal in St. George, Kanada. (27. April 2014) Bild: Keystone

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Wegen fehlender Mittel für die Beseitigung eines toten Pottwals hat ein kanadisches Fischerdorf versucht, den angeschwemmten Kadaver über die Auktionsplattform Ebay zu verkaufen. Der Internetdienst beendete die Versteigerung, weil diese gegen die Regeln verstösst.

Bis Montagmittag erzielte die Gemeinde St. George in Neufundland dutzende Gebote, das höchste davon lag bei 2000 Dollar. Doch als das ungewöhnliche Angebot Schlagzeilen machte, stoppte Ebay die Versteigerung. Wie ein Mitarbeiter sagte, verstiess diese gegen die Regeln des Auktionshauses, wonach Tiere weder tot noch lebendig verkauft werden dürfen.

Der 12-Meter-Wal war vor einer Woche tot angespült worden. Das 1000-Einwohner-Dorf hat nach eigenen Angaben nicht die Mittel, um den verwesenden Kadaver zu beseitigen. Die kanadische Fischereibehörde lehnte es ab, der Gemeinde dabei zu helfen.

Der Gemeinderat votierte darauf wegen der befürchteten Geruchsbelästigung durch die Verwesung am Sonntag dafür, den Wal im Internet zu versteigern.

Solange jemand den Wal wegschafft

Die Bundesbehörden hätten «dem Dorf keine Hilfe angeboten», sagte Bürgermeister Peter Fenwick der Nachrichtenagentur AFP. «Sie sagten nur, ‹Ihr müsst ihn loswerden›, weshalb wir uns entschieden haben, ihn auf Ebay einzustellen. Ehrlich, wir würden ihn für nichts verkaufen, wenn wir müssen – solange sie die Verantwortung dafür übernehmen, den Wal wegzuschaffen.»

Auch die kanadischen Bundesbehörden wiesen Bürgermeister Fenwick inzwischen darauf hin, dass der Verkauf illegal sei. «Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem wir prüfen müssen, ob es irgendein Schlupfloch in den Bestimmungen gibt.»

Er wolle gegen kein Gesetz verstossen und den Wal illegal verkaufen. «Wir haben keine grosse Wahl, denn, wenn er hier bleibt und verrottet, wird das ein furchtbarer Gestank.»

Ähnliche Probleme in anderen Dörfern

Zwei andere Dörfer in Neufundland kämpfen mit ähnlichen Problemen, nachdem zwei auf der Liste der gefährdeten Arten stehende Blauwale bei ihnen angespült wurden. Einer von ihnen blähte sich durch die Verwesung auf, weshalb die Bewohner des Dorfes Trout River eine Explosion befürchten.

Ein Museum in Ontario will nun Forscher schicken, um die Wal-Kadaver zu bergen. Die Kadaver könnten künftig in der Forschungssammlung des Museums Wissenschaftlern zur Verfügung stehen. (chk/sda)

Erstellt: 06.05.2014, 03:44 Uhr

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