E-Bike-Boom forderte 252 Verunglückte

Im letzten Jahr hat sich die Zahl der Unfälle mit E-Bikes vervierfacht. Dabei gab es acht Tote und 78 Schwerverletzte. Der TCS geht nun mit einer Informationskampagne in die Offensive.

Sparsam, umweltfreundlich und teilweise gefährlich: E-Bike-Fahrerin in Genf.

Sparsam, umweltfreundlich und teilweise gefährlich: E-Bike-Fahrerin in Genf. Bild: Keystone

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Mit dem rasant steigenden Absatz von Elektrovelos hat sich im Jahre 2012 gegenüber 2011 auch die Zahl der tödlichen Unfälle vervierfacht. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, lanciert der TCS eine Informationskampagne mit einer Broschüre, um die Strassenbenützer für die mit E-Bikes verbundenen Gefahren zu sensibilisieren. Zudem baut der TCS das Angebot spezieller Kurse für E-Bikes aus.

E-Bikes gibt es noch nicht so lange, dennoch finden sie reissenden Absatz. So wurden 2012 schweizweit rund 53'000 neue E-Bikes verkauft. Dieses noch junge Verkehrsmittel ist praktisch, sparsam und umweltfreundlich und bietet unbestreitbar grosse Vorteile, birgt jedoch auch einige Gefahrenquellen.

Opferzahlen steigen

Gemäss dem Bundesamt für Strassen (Astra) sind 2012 in der Schweiz 252 Personen mit einem Elektrovelo verunglückt; dabei waren 8 Tote und 78 Schwerverletzte zu beklagen. Im Jahr davor waren es noch 196 Unfälle mit 2 Toten und 67 Schwerverletzten. Die Zahl der Unfälle ist also um annährend 30 Prozent gestiegen, die Zahl der tödlich verunfallten Personen hat sich gegenüber 2011 sogar vervierfacht. Obwohl diese Zahlen absolut gesehen eher tief sind und auch relativ gesehen nur 3 Prozent der Unfälle im Strassenverkehr ausmachen, ist eine klare und signifikante Steigerung zu verzeichnen. In keiner anderen Fahrzeugkategorie wurden so deutliche Steigerungswerte registriert.

Kursangebot zur Sensibilisierung

Der TCS bietet seit 2011 Fahrsicherheitskurse für E-Bikes an. Angesichts der starken Zunahme der Opferzahlen hat der Club nun sein Angebot erweitert. Die Kurse werden von den TCS-Sektionen Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Beider Basel, Bern, Genf, Glarus, Graubünden, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn, Thurgau, Waldstätte und Zürich angeboten. Die Kurse dauern einen halben Tag und sind vom Schweizerischen Verkehrssicherheitsrat zertifiziert. Ziel dieser Kurse ist, die Benutzer auf die spezifischen Gefahren bei der Verwendung eines Elektrovelos aufmerksam zu machen und so Unfällen vorzubeugen. Die Kurse sind Teil einer umfassenden TCS-Strategie, welche sämtliche Verkehrsteilnehmer bezüglich der Gefahren von Elektrovelos im Strassenverkehr sensibilisieren will. Der TCS hat darüber hinaus eine ausführliche Informationsbroschüre zu diesem Thema veröffentlicht: Sie fasst die Charakteristika von E-Bikes zusammen und listet die Sicherheitsgrundsätze auf, die beim Kauf und Gebrauch eines Fahrrads mit Zusatzantrieb zu beachten sind.

Das richtige E-Bike auswählen

Der TCS hat kürzlich fünf Elektrovelo-Modelle während 12 Monaten und über eine Gesamtfahrleistung von 10'000 Kilometern getestet. Diese Tests haben die Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle aufgezeigt. Unter anderem wurden dabei das Antriebssystem, die Steuerung der Geschwindigkeiten, die Strassenlage, die Bremsen und die Beleuchtung untersucht. Auch der Umfang der Wartungsarbeiten und ihre Kosten wurden berücksichtigt. Für ein möglichst sicheres E-Bike-Fahren ist es von grundlegender Bedeutung, eine gute Kaufentscheidung zu treffen und das Fahrzeug sicher zu beherrschen.

www.pressetcs.ch (mrs/sda)

Erstellt: 23.05.2013, 10:00 Uhr

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