Ein Schweizer unter verhafteten Greenpeace-Aktivisten

Rund 40 Atomkraftgegner drangen auf das Gelände des AKW im elsässischen Fessenheim vor. Die Hälfte von ihnen wurde verhaftet, unter ihnen ist laut Greenpeace auch ein Schweizer.

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Unter den beim AKW Fessenheim verhafteten Greenpeace-Aktivisten ist auch ein Schweizer, wie die Umweltorganisation gegenüber 20min.ch sagt. Seine Identität ist noch nicht bekannt.

Mehrere Dutzend Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace waren zuvor auf das Gelände des ostfranzösischen Atomkraftwerk vorgedrungen, um auf die Gefahren durch alte Atomanlagen in Europa hinzuweisen. Rund 20 Aktivisten wurden festgenommen. Dies teilte das französische Innenministerium heute mit. Rund 20 weitere Aktivsten seien weiterhin auf dem Gelände, sagte ein Ministeriumssprecher weiter.

Eine Gruppe von Aktivisten kletterte gegen acht Uhr morgens auf die Betonkuppel eines der beiden Reaktoren und brachte dort ein Transparent mit der englischen Aufschrift «Stop Risking Europe» (Deutsch: «Hört auf, Europa in Gefahr zu bringen») an. Das rund 50 Kilometer nördlich von Basel gelegene AKW Fessenheim ist das älteste Atomkraftwerk Frankreichs.

«Reine Medienaktion»

Mit der Aktion solle auf die «Gefahr durch alternde Atomkraftwerke in Europa» aufmerksam gemacht werden, teilte Greenpeace mit. Der Umweltschutzorganisation zufolge war es den Aktivisten aus Frankreich, Deutschland und mehreren anderen europäischen Ländern gelungen, gegen 5.30 Uhr auf das Gelände des am Rheinkanal gelegenen Atommeilers vorzudringen.

Insgesamt hätten an der Protestaktion etwa 40 Aktivisten teilgenommen, sagte der Sprecher des Innenministeriums. Sie seien «sofort entdeckt und als Umweltaktivisten erkannt worden». Die «reine Medienaktion» habe die Sicherheit der Anlage zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Hohes Erdbebenrisiko

Fessenheim liege nur einen Kilometer westlich der deutsch-französischen Grenze, betonte Susanne Neubronner von Greenpeace Deutschland. Ein schwerer Reaktorunfall dort könnte auch «weite Teile Deutschlands für Jahrzehnte unbewohnbar machen».

Umweltschützer auf beiden Seiten des Rheins fordern seit Jahren die Stilllegung des AKW. Sie verweisen auf das hohe Erdbebenrisiko im Rheingraben. Nach Ansicht der Atomkraftgegner könnte bei einem Beben der Damm des Rheinkanals brechen und das AKW überschwemmt werden.

Die beiden 900-Megawatt-Reaktoren von Fessenheim wurden 1977 und 1978 in Betrieb genommen. Der sozialistische Präsident François Hollande hat die Stilllegung des Meilers bis Ende 2016 versprochen. Anfang März waren in Südfrankreich 29 Greenpeace-Aktivisten wegen Hausfriedensbruchs zu dreimonatigen Bewährungsstrafen verurteilt worden, weil sie im vergangenen Sommer in die Atomanlage Tricastin in Südfrankreich eingedrungen waren. (rub/sda)

Erstellt: 18.03.2014, 11:09 Uhr

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