Ein T-Shirt blamiert Prominente

Sie dachten, etwas für die Gleichstellung zu tun – herausgekommen ist für Spitzenpolitiker eine peinliche Enthüllung.

Eine Geschichte macht in Grossbritannien Schlagzeilen: Website des «Telegraph».

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Vize-Premier Nick Clegg trug es und Labour-Chef Ed Milliband auch, ein T-Shirt mit der Aufschrift «So sieht ein Feminist aus». Lanciert wurde die T-Shirt-Kampagne von der Fawcett Society, einer Organisation, die sich für Gleichstellung stark macht. Gleichzeitig mit den Prominenten, die im T-Shirt für die Sache posierten, wurde das Kleidungsstück seit einer Woche auch im Handel für 45 Pfund angeboten.

Dumm für die Promotoren nur, dass jetzt herauskommt, wie die Shirts produziert wurden. Laut einer Recherche der «Mail on Sunday» wurde das Leibchen in einer Fabrik in Mauritius hergestellt. Die Arbeiterinnen seien Frauen, welche 62 Cents pro Stunde verdienten. Im Artikel wird eine Arbeiterin zitiert: «Wir sehen uns nicht als Feministinnen. Wir sehen uns als Gefangene.» Der Beitrag zeigt auch, wie 15 Arbeiterinnen in erbärmlichen Verhältnissen in einem Raum leben.

Nun gehen in Grossbritannien die Wogen hoch. Die Kampagnenleiter werden kritisiert, dass sie vor Lancierung die Umstände nicht abgeklärt hätten. Die Fawcett Society entschuldigt sich und will den Vorwürfen nun nachgehen. Falls sie sich bestätigten, würde das T-Shirt aus dem Verkauf gezogen. (cpm)

Erstellt: 03.11.2014, 13:46 Uhr

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