Eingestürzte St. Galler Turnhalle vor dem Wiederaufbau

Über zwei Jahre nach dem Einsturz erhält das Weiterbildungszentrum Riethüsli eine neue Turnhalle. Dafür waren zähe Verhandlungen notwendig.

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Die Dreifachsporthalle Demuttal beim Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum Riethüsli in St. Gallen wird ab März 2012 wieder aufgebaut. Die Zurich Versicherung zahlt. Die Turnhalle war im Februar 2009, knapp drei Jahre nach der Einweihung, eingestürzt.

Nach zähen Verhandlungen hat die Zurich Versicherung – die beiden möglichen Haftpflichtigen sind dort versichert – dem Baudepartement des Kantons St. Gallen zugesagt, die gesamten Wiederaufbaukosten und einen Grossteil der entstandenen Folgekosten zu übernehmen. Über Details der Vereinbarung wurde Stillschweigen vereinbart.

Die restlichen vom Kanton zu tragenden Kosten, unterschreiten den Betrag für ein fakultatives Referendum, darum braucht es kein parlamentarisches Verfahren. Das Erstellen von vielen Gutachten hat den Wiederaufbau der Turnhalle verzögert: Das erfuhr nun eine Kantonsratskommission von der Staatsanwaltschaft und der Regierung.

Kommission macht Druck

Im Frühling 2012 soll gemäss heutigem Zeitplan mit dem Wiederaufbau der Turnhalle begonnen und diese mit Beginn des Schuljahres 2013–2014 ihrer Bestimmung übergeben werden, wie die Staatskanzlei mitteilte. Die Kantonsratskommission wünscht aber explizit, dass der Bezug bereits im Februar 2013 möglich wird.

Im April 2010 hatte der Kantonsrat mit 70 zu 38 Stimmen relativ deutlich beschlossen, nicht auf die Vorlage der St. Galler Regierung für ein bauliches Provisorium einzutreten. Die Regierung wurde stattdessen beauftragt, eine Vorlage für den Wiederaufbau der Sporthalle auszuarbeiten. Die Vorlage liess auf sich warten.

Knapp an Katastrophe vorbei

Das Dach der Dreifach-Turnhalle im Tal der Demut war am frühen Morgen des 24. Februars 2009 eingestürzt – nur wenige Minuten vor Schulbeginn. Wie durch ein Wunder ging die Stadt St. Gallen an einer Katastrophe vorbei; es wurde niemand verletzt.

Im Riethüsli in St. Gallen werden gegenwärtig rund 1700 Lernende unterrichtet. Den Sportunterricht müssen sie seit dem Einsturz an anderen Orten in der Stadt absolvieren. Die eidgenössische Materialprüfungsanstalt (Empa) fand heraus, dass fehlende Rippen an den Stahlträgern des Dachs zum Einsturz der Halle geführt hatten.

(jak/sda)

Erstellt: 01.07.2011, 10:07 Uhr

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