28-jähriger Veteran erschiesst in Kalifornien zwölf Menschen

Ein Mann hat bei Los Angeles einen Anschlag auf eine Studenten-Party verübt. Der Schütze soll in Afghanistan gedient haben.

Bei einem Angriff in Thousand Oaks wurden mehrere Personen getötet. (Video: Reuters)

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Erneut hat ein bewaffneter Angreifer in den USA ein Blutbad angerichtet. Nach Polizeiangaben drang ein Mann in eine Bar in Kalifornien ein und erschoss zwölf Teilnehmer einer Party für College-Studenten. Auch der Angreifer selbst sei tot, sagte der zuständige Sheriff.

Der mit einer Schusswaffe bewaffnete Mann betrat am späten Mittwochabend die «Borderline Bar and Grill» in Thousand Oaks nahe Los Angeles und feuerte in die Menge von feiernden jungen Leuten.

Zum Zeitpunkt des Angriffs fand in der Disco-Bar eine Country-Party für College-Studenten statt, an der laut Polizei mehrere hundert Besucher teilnahmen.

Unter den Todesopfern war auch ein Polizist, der nach einem Notruf als einer der ersten zum Tatort geeilt war. Mehrere Menschen wurden zudem beim Angriff verletzt.

Identität des Täters geklärt

Beim Mann, der die zwölf Menschen erschossen hat, handelt es sich laut der Polizei um einen 28-jährigen ehemaligen Soldaten. Wie US-Medien berichten, soll er sich selbst gerichtet haben.

Der Mann sei wegen «kleiner Vorfälle» in der Vergangenheit der Polizei bekannt gewesen, sagte der Sheriff des Verwaltungsbezirks Ventura, Geoff Dean.

Dazu gehörten ein Autounfall und eine Beschwerde über Ruhestörung, wegen derer ihn die Polizei im vergangenen April aufgesucht habe. Das Motiv für die Tat war unklar. Vorerst deute nichts auf einen terroristischen Hintergrund hin, sagte Dean. Die Möglichkeit werde aber geprüft, die Ermittlungen liefen auf Hochtouren.

Laut Polizeiangaben hatte der Schütze 2010 während sieben Monaten im Krieg in Afghanistan gedient. Dean schloss nicht aus, dass der Mann aufgrund seiner Militärzeit an einer sogenannten Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) litt.

Studenten schlugen Fenster ein

Augenzeugen beschrieben den Schützen als Mann im schwarzen Trenchcoat mit Brille, er habe eine grosskalibrige Schusswaffe gehabt. Berichten zufolge soll er Rauchgranaten in die Bar geworfen haben.

«Alle haben sich schnell auf den Boden geworfen. Jeder wollte so schnell wie möglich raus», sagte eine junge Frau, die gemeinsam mit einer Freundin durch ein Küchenfenster fliehen konnte.

Der 20-jährige College-Student Matt Wennerstron schilderte vor Reportern, der Angreifer habe mit einer halbautomatischen Pistole gefeuert. Als er nachgeladen habe, hätten er und seine Freunde die Gelegenheit zur Flucht ergriffen, indem sie mit einem Barhocker ein Fenster einschlugen und ins Freie kletterten.

«Alle drehten durch»

«Es war ein normaler Mittwoch, wir hatten Spass und haben getanzt», berichtete Jasmin Alexander, die mit einer Gruppe von Freunden an der wöchentlich stattfindenden Party teilnahm. «Plötzlich hörten wir das »Peng, Peng« von Schüssen und alle drehten durch und haben gedrängelt.»

Thousand Oaks ist ein ruhiger und wohlhabender Vorort im Norden von Los Angeles. In der Gegend befinden sich zahlreiche Colleges.

Immer wieder gibt es in den USA, wo das Recht auf Waffentragen in der Verfassung verankert ist, tödliche Schiessereien. Einer aktuellen Studie zufolge besitzen die US-Bürger 40 Prozent der privaten Schusswaffen weltweit, obwohl sie nur vier Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Von den weltweit 857 Millionen Schusswaffen in Privatbesitz befinden sich demnach 393 Millionen in den Vereinigten Staaten.

(red/sda/afp)

Erstellt: 08.11.2018, 10:00 Uhr

Update folgt...

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