«Er liebt Sex, na und?»

Immer neue Gerüchte und Details über Dominique Strauss-Kahn werden bekannt. Angeblich war der Ex-IWF-Chef Kunde bei Edel-Prostituierten. Eine ehemalige Affäre gibt ihm aber Rückendeckung.

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Der unter Verdacht der versuchten Vergewaltigung in den USA festgenommene frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn bekommt Rückendeckung von der spanischen Schriftstellerin Carmen Llera Moravia, die eine Beziehung zum 62-Jährigen zugegeben hat.

«Ich kenne Dominique Strauss-Kahn seit Jahren. Ich war nie sein Opfer, wie jemand geschrieben hat. Er ist kein grausamer oder sadistischer, primitiver Mensch, Gewalt ist nicht Teil seiner Kultur. Er liebt Sex, na und? Das ist kein Verbrechen. Manchmal drücken Körper mehr als Worte aus», schrieb Llera Moravia in einem Brief an die Mailänder Tageszeitung «Corriere della Sera».

Einvernehmlicher Sex?

«Ich weiss nicht, was in der Suite des Sofitel-Hotels geschehen ist. Sehr wahrscheinlich war es einvernehmlicher Sex, ich würde jedenfalls sexuelle Gewalt ausschliessen. Ich will nicht, dass Dominique Strauss-Kahn zum Sündenbock eines gewissen amerikanischen, antieuropäischen und antifranzösischen Puritanismus wird», schrieb die 58-jährige Witwe.

«Ich hoffe, dass Strauss-Kahn nicht auch für die ausgebliebene Auslieferung von Roman Polanski an die USA oder für schmutzige Spiele politischer oder wirtschaftlicher Macht zahlen muss. Ich hoffe nur, dass er bald seine Unschuld beweisen kann und wieder zum freien und lächelnden Menschen wird, den ich vor einigen Tagen gesehen habe.»

2005 hatte Llera Moravia in Italien ein erotisches Buch mit dem Titel «Gaston» veröffentlicht. Das Werk dreht sich um eine sadistische Liebe zwischen einem Mann, Gaston, und einer Frau, Nina, in der Kritiker Llera Moravia erkennen. Gaston ist der zweite Name von Strauss-Kahn.

Kunde von Wicked Models?

Inzwischen sind weitere Details in den Medien ausgebreitet worden, welche Strauss-Kahns zweifelhaften Umgang mit Frauen belegen sollen. Die Londoner «Times» (Artikel nicht online verfügbar) hat herausgefunden, dass der ehemalige IWF-Chef die Prostituierten-Agentur Wicked Models im Jahr 2006 zweimal nutzte. «Spiegel online» hat bei der Ex-Callgirl-Chefin nachgefragt. «Er war ein ehemaliger Kunde meiner Agentur», bestätigt Kristin Davis. Bekannt wurde Davis durch den Skandal um Ex-Gouverneur Eliot Spitzer, der ebenfalls Kunde bei Wicked Models war.

Gemäss den Berichten habe Strauss-Kahn in der dritten Januarwoche 2006 ein «typisches amerikanisches» Mädchen für 1200 Dollar für zwei Stunden bestellt. Pikant: Das Callgirl beschwerte sich später bei Davis darüber, dass Strauss-Kahn «zu aggressiv» gewesen sei. (bru/sda)

Erstellt: 20.05.2011, 15:30 Uhr

Der wegen versuchter Vergewaltigung angeklagte frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn kommt gegen Kaution frei. Heute soll er entlassen werden. (Video: Reuters )

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Strauss-Kahn: Die möglichen Nachfolger

Strauss-Kahn: Die möglichen Nachfolger Dominique Strauss-Kahn sitzt wegen Vergewaltigungsvorwürfen in New York in Untersuchungshaft. Bereits wird über mögliche Nachfolger für seinen Posten als Chef des Internationalen Währungsfonds spekuliert.

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«Er war ein ehemaliger Kunde meiner Agentur»: Ex-Callgirl-Chefin Kristin Davis. (Bild: Keystone )

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