Erdbeben rüttelt Waadtländer aus dem Schlaf

Der Erdbebendienst hab bei Château d'Oex ein Beben mit einer Stärke von 3,3 auf der Richterskala registriert. Es dürfte deutlich verspürt worden sein.

Bereits letzte Woche hat es in der Region geschüttelt: Die Karte des Schweizerischen Erdbebendienstes.

Bereits letzte Woche hat es in der Region geschüttelt: Die Karte des Schweizerischen Erdbebendienstes.

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Im Kanton Waadt hat in der Nacht auf Samstag die Erde gebebt. Der Schweizerische Erdbebendienst der ETH Zürich registrierte um 02.18 Uhr bei Château d'Oex ein Beben mit einer Stärke von 3,3 auf der Richterskala. Bereits letzte Woche hatte es in der Region geschüttelt.

Das neuste Erdbeben dürfte in der Nähe des Epizentrums deutlich verspürt worden sein, wie es in einer Mitteilung des Erdbebendienstes heisst. Schäden seien bei einem Erdbeben dieser Stärke in der Regel aber nicht zu erwarten.

Weniger stark als vor Wochenfrist

Es war das zweite spürbare Beben bei Château d'Oex innerhalb einer Woche. Am vergangenen Samstag wurde dort ein Erdbeben der Magnitude 4,3 registriert. Es gab keine Verletzte oder grössere Sachschäden.

Beim Erdbebendienst gingen aber über tausend Telefonanrufe ein, wie Clotaire Michel, Seismologe beim Erdbebendienst, damals auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Bereits seit letztem Jahr sei die seismische Aktivität in der betroffenen Region erhöht.

In den nächsten Wochen oder sogar Monaten müsse erfahrungsgemäss mit Nachbeben gerechnet werden. Diese dürften zwar in der Regel kleiner sein, aber es seien durchaus auch stärkere Erdstösse möglich. Ein Erdbeben mit einer Magnitude über 4,0 komme etwa einmal pro Jahr vor.

Starkes Beben im Glarnerland

Das letzte vergleichbare Erdbeben ereignete sich am Abend des vergangenen 6. März bei Linthal GL. Es handelte sich damals mit einer Magnitude von 4,6 auf der Richterskala um das stärkste Beben seit über zehn Jahren. Rund dreissig leichtere Nachbeben folgten dem stärksten Erdstoss.

Rund 5000 Menschen aus einem Umkreis von 200 Kilometern hatten damals die Hotline des Erdbebendienstes angerufen, um zu melden, dass sie den Erdstoss verspürt hatten. Die Webseite des Erdbebendienstes war zeitweise pro Minute von bis zu einer halben Million besorgter Bürgerinnen und Bürger aufgerufen worden.

Die Gebäudeversicherung GlarnerSach verzeichnete damals rund ein Dutzend Schäden. Allerdings handelte es sich ausschliesslich um «Bagatellfälle» wie zum Beispiel Risse in den Wänden, eine eingerissene Wasserleitung und ein eingestürzter Kamin.

Über 750 Beben seit Anfang Jahr

Insgesamt gab sich seit dem 1. Januar 2017 über 750 meist harmlose Erdstösse, wie der Homepage des Erdbebendienstes zu entnehmen ist.

Das stärkste historisch dokumentierte Erdbeben in der Schweiz mit einer geschätzten Magnitude von 6,6 zerstörte in Jahr 1356 grosse Teile Basels. Es richtete vergleichbar schwere Schäden an wie jenes in San Francisco im Jahr 1906. Käme es heute in Basel zu einem ähnlichen Beben, so wäre mit mehreren tausend Toten und Zehntausenden von Verletzten zu rechnen.

Beben mit einer Stärke um 6 sind gemäss dem Erdbebendienst alle 50 bis 150 Jahre zu erwarten. Zum vorerst letzten Mal ereignete sich ein solcher Erdstoss 1946 bei Siders VS.

Eine Person erlitt damals vor Schreck einen tödlichen Herzanfall, mehrere Menschen wurden verletzt. Glockentürme und Kamine stürzten ein. (woz/sda)

Erstellt: 08.07.2017, 10:31 Uhr

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