Erhöhte Radioaktivität im Raum Leibstadt

Am Dienstag und Mittwoch stiegen die Messwerte der Radioaktivität in der Nähe des AKW Leibstadt um das Fünffache an. Gemäss Ensi ist die Erhöhung auf natürliche Strahlung zurückzuführen und ungefährlich.

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Lokaler Niederschlag hat die Messwerte der Radioaktivität in der Nähe des Atomkraftwerkes Leibstadt im Kanton Aargau ums Fünffache ansteigen lassen. Kontrollmessungen ergaben gemäss Atomaufsichtsbehörde Ensi, dass die Erhöhung auf natürliche Radioaktivität zurückzuführen ist.

Die Messwerte im Raum Leibstadt des Messnetzes zur automatischen Dosisleistungsüberwachung in der Umgebung der Kernkraftwerke (Maduk) stiegen am Dienstag und Mittwoch infolge Niederschlags aussergewöhnlich an, wie das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) auf seiner Website mitteilte.

Der maximale Dosisleistungswert erreichte einen Wert von über 0,0005 Millisievert pro Stunde (mSv/h). Dieser Wert beträgt das Fünffache der normalen Werte, die bei 0,0001 mSv/h liegen.

Die mittlere Strahlendosis aus natürlichen und medizinischen Quellen der Bevölkerung in der Schweiz beträgt gemäss ENSI 5,5 Millisievert pro Jahr. Die Atomkraftwerke tragen dazu weniger als 0,01 Millisievert pro Jahr bei.

ENSI: Keine Gefahr für Menschen

Die im Raum Leibstadt gemessene Erhöhung stelle keine Gefahr für Mensch und Umwelt dar, hält das Ensi fest. Sie sei jedoch ein Grund gewesen, eine zusätzliche Kontrolle mit speziellen Sonden durchzuführen.

Mit dieser Messmethode lassen sich Radionuklide identifizieren. Nuklide, die aus Atomkraftwerken freigesetzt werden, wie zum Beispiel Cäsium-137 und Iod-131, waren bei der Kontrollmessung des Ensi nicht nachweisbar.

Die Ergebnisse zeigen gemäss Aufsichtsbehörde die Nuklide Blei-212, Blei-214 und Bismut-214. Das sind Nuklide, die beim Zerfall von natürlichem Radongas entstehen und sich infolge lokaler Niederschläge auf dem Boden abgelagert hatten.

Das natürliche Nuklid Kalium-40 kommt in hiesigen Böden mit einer spezifischen Aktivität von ungefähr 500 Bequerel pro Kilogramm vor.

Das Maduk-Überwachungssystem ist seit Frühling 1994 in Betrieb. Es misst und überwacht die Dosisleistung in der Umgebung der Atomkraftwerke rund um die Uhr. Das Ensi stellt die Daten auf seiner Website in Echtzeit zur Verfügung. (kle/sda)

Erstellt: 10.10.2013, 17:00 Uhr

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