«Erst hiess es, der Treibstoff gehe aus»

Austrian-Airlines-Jet landete in Stuttgart statt in Zürich. Weil die Crew das Limit der vorgeschriebenen Arbeitszeit erreicht hatte.

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Es war stürmisch am Sonntagnachmittag – so sehr, dass am Flughafen Zürich die Anflugrate reduziert werden musste. Dies wurde am Abend einem Flug der Austrian Airlines mit der Flugnummer OS 565 von Wien nach Zürich zum Verhängnis.

Wie die Fluggesellschaft gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagt, sei die Maschine um 17.45 Uhr in Wien gestartet und habe sich dann wegen der Wettersituation während 40 Minuten in der Warteschleife über Zürich befunden. Schliesslich habe man sich für einen Zwischenstopp in Stuttgart entschieden. «Leider ist in der Zwischenzeit das gesetzlich vorgeschriebene Limit der Crew-Arbeitszeit erreicht worden, sodass ein Weiterflug nach Zürich nicht mehr möglich war», heisst es in der Erklärung weiter. Die Airline bedauert den Vorfall und entschuldigt sich für die entstandenen Unannehmlichkeiten.

Die Crew habe gemäss mehreren Passagieren angeboten, ihre Arbeitszeit zu überschreiten, wenn sie dafür einen Ferientag bekomme. Doch das sei seitens der Gewerkschaft abgelehnt worden. Schliesslich seien den 132 Passagieren zwei Möglichkeiten geblieben, so der Leserreporter: entweder zurück nach Wien fliegen oder mit dem Bus nach Zürich fahren.

Taxi für 200 Franken

Ein Passagier erzählt, dass den Reisenden in der Warteschlaufe erst mitgeteilt wurde, dass der Treibstoff für längeres Warten nicht ausreiche und man deshalb nach Stuttgart fliegen müsse. Später habe die Crew die Passagiere jedoch über die Auseinandersetzungen wegen der Arbeitszeiten informiert.

Nach der Ankunft in Stuttgart habe ein Riesenchaos geherrscht. Essen und Trinken seien nicht zur Verfügung gestanden. «Man sagte uns, wir sollen was kaufen und dann die Quittung der Airline schicken.» Erst habe die Crew zudem gemeldet, dass das Gepäck nach Wien zurückfliege. Doch ein Passagier habe ein Medikament aus seinem Koffer gebraucht.

«Wir sind schliesslich mit Gepäck und 5,5 Stunden Verspätung um 0.30 Uhr in Zürich angekommen. Ein Freund musste für 200 Franken das Taxi nach Hause nehmen.» Viele konnten wegen der späten Ankunft nicht mehr auf öffentliche Verkehrsmittel zugreifen. Ob auch diese Kosten von der Fluggesellschaft übernommen werden, ist nicht bekannt. (roy/nag/sep)

Erstellt: 30.04.2018, 10:36 Uhr

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