Erstes Arktis-Öl erreicht Europa – Greenpeace-Aktion misslingt

Mit einer Blockade sollte die erste Öllieferung aus der Arktis verhindert werden. Die Polizei verhaftete in Rotterdam rund 30 Aktivisten.

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Begleitet von Protesten ist heute ein russischer Tanker mit dem ersten Öl aus der Arktis in Rotterdam eingetroffen. Die Umweltorganisation Greenpeace hatte vergeblich versucht, das Anlegen der Mikhail Ulyanov zu verhindern. Dabei wurden 30 Aktivisten festgesetzt.

Auch der Kapitän des Greenpeace-Schiffs Rainbow Warrior sei unter den Festgenommenen, sagte ein Sprecher der niederländischen Polizei. Das Schiff sei abgeschleppt worden.

Nach Angaben von Greenpeace waren insgesamt 80 Aktivisten an der Protestaktion beteiligt, unter ihnen auch eine Schweizerin und ein Liechtensteiner. Sie malten demnach in grossen Buchstaben «No Arctic Oil» (Kein arktisches Öl) auf die Seitenwand des Öltankers. Ausserdem versuchten sie, sich in Schlauchbooten zwischen den Tanker und die Kaimauer zu schieben.

Erstes Arktis-Öl

Laut Greenpeace fördert Gazprom als erster Konzern weltweit Öl aus dem Meeresboden des arktischen Ozeans. Der Konzern plant demnach, dieses Jahr rund 300'000 Tonnen Öl nach Europa zu liefern.

Mit der Mikhail Ulyanov erreichte nun zum ersten Mal Öl von der arktischen Plattform Priraslomnaja einen europäischen Hafen. Im Auftrag des französischen Ölkonzerns Total soll es aus dem Tanker gepumpt werden.

Die Plattform Priraslomnaja war bereits im vergangenen Jahr Schauplatz einer Greenpeace-Protestaktion. Der Kapitän der Rainbow Warrior, Peter Willcox, war schon damals zusammen mit 29 anderen Greenpeace-Aktivisten von Russland festgenommen und monatelang inhaftiert worden.

Gefahr für Ökosystem

Die Rainbow Warrior war am Montag in See gestochen, um den Öltanker abzufangen, doch hatte dieser sein Ortungssystem abgeschaltet. Greenpeace sieht die Ölbohrungen in der Arktis als Bedrohung für das sensible Ökosystem der südlichen Barentssee.

Die Organisation befürchtet, dass ein Ölunfall in der Region zu einer ökologischen Katastrophe führen würde; denn es gebe bisher kein erprobtes Mittel, um die eisigen Gewässer von ausgelaufenem Öl zu reinigen. (mrs/AFP)

Erstellt: 01.05.2014, 11:30 Uhr

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