Fall «Kettenbrücke»: Der Verurteilte will zweiten Prozess

Ein heute 25-Jähriger versetzte 2007 einem Mann in einer Aarauer Disco einen Faustschlag. Das Opfer erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma und verstarb später. Der Verurteilte will nun neue Beweise für seine Unschuld vorlegen.

Hier kam es 2007 zur Schlägerei: Die «Kettenbrücke» in Aarau.

Hier kam es 2007 zur Schlägerei: Die «Kettenbrücke» in Aarau. Bild: Keystone

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Bei einer Schlägerei vor einer Discothek in Aarau im Juli 2007 hatte ein heute 25-Jähriger einem jungen Mann einen Faustschlag versetzt. Das Opfer erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma, sank bewusstlos zusammen und fiel ins Koma. Zwei Monate später starb der 19-Jährige im Spital. Er erlag einem Sauerstoffmangel in der Folge des Faustschlages, wie ein medizinisches Gutachten befand. Der Schlägerei vor der Discothek war eine Rempelei im Innern des Gebäudes vorausgegangen. Der Fall weckte schweizweit grosses Medieninteresse.

Nun hat der Verurteilte beim Aargauer Obergericht ein Gesuch um Wiederaufnahme des Strafverfahrens eingereicht, wie das Gericht mitteilte. Das Gericht behandelt diesen Antrag am 20. September. Der 25-Jährige will neue Beweismittel vorlegen, von denen er sich einen Freispruch erhofft.

Dabei wird auch der Verurteilte befragt. Er befindet sich bereits im Strafvollzug, wie Nicole Payllier, Mediensprecherin des Obergerichtes, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Ob das Obergericht bereits am 20. September einen Entscheid fällt, ist offen. Sollte es zu einem zweiten Prozess kommen, würde dieser vor dem Bezirksgericht Aarau beginnen.

Strafmass um ein Jahr reduziert

Das Bundesgericht hatte im April 2011 die vom Obergericht verhängte Strafe von vier Jahren bestätigt. Das Obergericht hatte das Strafmass des Aarauer Bezirksgerichtes um ein Jahr reduziert. In erster Instanz war der Schweizer im Jahr 2009 zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Bereits bei der Verhandlung vor dem Aargauer Obergericht im 2010 hatte der Verteidiger gefordert, dass der Fall erneut aufgerollt werde. Der Verteidiger verlangte zudem ein zweites Gutachten zur Todesursache des Opfers. (kpn/sda)

Erstellt: 28.08.2012, 15:59 Uhr

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