Gstaad

Flick-Chalet: Warum kam es zum zweiten Brand?

Nach dem mysteriösen Brand im Chalet der Milliardärsfamlie Flick in Gstaad läuft die Suche nach der Brandursache. Eine Frage steht im Zentrum.

Grosseinsatz am Samstag in Gstaad: Das Chalet der deutschen Milliardärsfamilie Flick brannte vollständig ab, 
obwohl auch Hilfe aus Château d’Oex  angefordert wurde.

Grosseinsatz am Samstag in Gstaad: Das Chalet der deutschen Milliardärsfamilie Flick brannte vollständig ab, obwohl auch Hilfe aus Château d’Oex angefordert wurde. Bild: Luzia Kunz

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«Um 9 Uhr brach ein Brand aus, der rasch gelöscht werden konnte; um 11.30 Uhr flammte das Feuer plötzlich wieder auf und zerstörte das Chalet in kürzester Zeit.» Der Brand vom Neujahrsmorgen in einem Chalet der Milliardärsfamilie Gert-Rudolf Flick in Gstaad wirft Fragen auf. Hat die Feuerwehr nicht sauber gearbeitet – oder steckt sogar Absicht hinter dem Brand? Christian Brand, Kommandant der Feuerwehr Saanen, wollte zu solchen Spekulationen keine Auskunft geben. «Wir haben uns in diesem doch eher delikaten Fall darauf geeinigt, dass gegenüber den Medien einzig der Regierungsstatthalter Michael Teuscher Auskunft gibt.»

Zwei Alarme, ein Brand

Michael Teuscher präzisierte gestern auf Anfrage die Polizeimeldung vom 1. Januar, auf welcher auch unser Bericht teilweise basierte: «Am Morgen rückte die Feuerwehr ein erstes Mal wegen einem automatischen Brandalarm aus. Sie fand aber vor Ort kein offenes Feuer vor.» Im Aussencheminee – wie der Name sagt, aussen an der Hauswand – habe sich übermässig viel Glut befunden. In Zusammenarbeit mit dem angeforderten Kaminfeger habe man die Glut entfernt, bis sich die Temperatur wieder normalisiert habe.

«Selbstverständlich ist dabei eine Wärmebildkamera – sie gehört zur Standardausrüstung der Feuerwehr – zum Einsatz gekommen. Die Verkleidung beim Cheminee wurde geöffnet und auch die Zwischenböden sind professionell kontrolliert worden», erklärte Teuscher gestern am Telefon. Auf Grund der Diagnose «wieder alles normal» sei die Feuerwehr dann abgezogen. Sache der Brandfahndung sei nun, herauszufinden, was in der Zeit von da bis zum zweiten Alarm, diesmal auf Grund des offenen Brandausbruchs, passiert sei.

Befragungen laufen

Polizei-Sprecher Heinz Pfeuti betonte gestern auf Anfrage, dass die Ermittlungen noch laufen. Auf die Frage, ob auch eine Brandstiftung in Betracht gezogen werde, sagte Pfeuti: «Es ist normal, dass wir in alle Richtungen ermitteln und alle Möglichkeiten in Betracht ziehen.»

Je nach Komplexität des Falles und der Schäden können die Ermittlungen laut Pfeuti noch längere Zeit in Anspruch nehmen. So seien die Mitarbeiter des Dezernates für Brände und Explosionen nicht nur damit beschäftigt, auf dem Brandplatz nach Spuren zu suchen. «Natürlich werden unter anderem auch Leute befragt», informierte Polizeisprecher Pfeuti.

Wie die Räblus?

Der Brand vom Neujahr in Gstaad gleicht auf den ersten Blick jenem in der Räblus in Bern im letzten Herbst. Auch dort löschte die Feuerwehr den Brand und wenig später entflammte das Feuer neu und zerstörte den Bau. «Aber die beiden Brände sind nicht vergleichbar» sagt Peter Frick, Leiter Feuerwehren des Kantons Bern bei der Gebäudeversicherung, «zumal bei der Räblus mittlerweile klar ist, dass das Feuer gelegt wurde». Auch er verweist auf die laufenden Untersuchungen bezüglich der Brandursache in Gstaad.

(Berner Oberländer)

Erstellt: 04.01.2011, 11:39 Uhr

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