Frau Beller und ihr Mister Rich

Mit Pauken, Stretchlimo und Helikopter hat Irina Beller ihr Buch gefeiert. Ein Rückblick auf eine denkwürdige Vernissage.

Walter Beller nimmt seine Frau Irina vor dem Restaurant Sonnenberg in Empfang. Foto: Reto Oeschger

Walter Beller nimmt seine Frau Irina vor dem Restaurant Sonnenberg in Empfang. Foto: Reto Oeschger

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Irina Beller hat ein Buch geschrieben. Ja, genau, die Frau, die am Sonntag bei «Glanz & Gloria» an den Dani Fohrler ­geraten ist. Die Frau von Walter Beller, dem Selfmade-Millionär. Die Frau, die mal gesagt hatte, dass ein Pelz in ihrem Kleiderschrank besser aufgehoben sei als im Wald. Schnee von vorgestern, hatte sie dem Fohrler gesagt, und dann hatten sie Krach. Sie hat nun jedenfalls ein Buch geschrieben. Es heisst «Hello Mr. Rich» und geht darum, wie frau sich einen reichen Mann angelt.

Es war ein lauer Dienstagabend, Walter Beller begrüsste die Gäste, Vujo, der Bachelor, verteilte Rosen, und einer vom Sicherheitsdienst schmunzelte, als einer etwas zu laut «huere Pomp» sagte.

Es gab dann Champagner mit Edelsteinen im Glas, und einer war offenbar echt. «Sie können ihn testen lassen», erklärte Walter Beller, «nur nicht verschlucken.» Man fand die Idee sehr gelungen, lächelte und wartete auf Irina, die bald in einer Stretchlimo um die Ecke bog. «Man sieht diese Limousinen nicht mehr oft am Züriberg, dafür jedes Wochenende an der Langstrasse», sagte einer. Und während Frau Beller aus dem Wagen schlüpfte, wurden ganze Fotokaskaden abgefeuert. Sie trug ein weisses Sommerkleid, darauf ein riesiger Print einer Goldkette.

Ein Selfie für die Ewigkeit

Dann verschob man sich auf den Balkon des Restaurants und plötzlich: Helikoptergeräusche. «Jetzt kommen die Bücher», sagte einer. Und tatsächlich zirkelte der Heli eine goldene Kiste herbei, in der ein paar Schokoladegoldbarren und -münzen und einige Exemplare von «Hello Mr. Rich» lagen. Es ging dann gar nicht lange, bis sich Irina Beller in die Kiste warf. «Komm auch rein!», sagte sie zu Vujo. Doch ganz Gentlemen, verwies der auf Walter Beller, der sich nun neben Irina setzte. Vujo schoss ein Selfie mit den Bellers in der Kiste im Hintergrund. «Das ist richtig geil», befand jemand, und man war sich einig: Dagobert Duck hätte das nicht besser hingekriegt. Frau Beller eröffnete dann – sie stand nun wieder – ihre kurze Rede mit dem Satz: «Ich hasse lange Reden.» Dann holte sie ihre Nichte aufs Podium (ihr ist das Buch gewidmet) und betonte, dass «Hello Mr. Rich» ein Geschenk an alle Frauen sei. Denn sie habe ein paar Millionen Briefe von Frauen erhalten, die sie um Tipps gebeten hätten. Sie sagte «Millionen» wieder in diesem Ton, der einen an der Echtheit der Party zweifeln liess. Und wieder legten einige Journalisten ihre Stirn in Runzeln und horchten Frau Bellers Ausführungen, als wäre es ein Vortrag des Philosophen Slavoj Žižek.

Später stand dann Walter Beller auf dem Podium, und man wusste nicht, ob es Rührung war oder der Cuvé rosé, der ihm die Tränen in die Augen trieb. «Ich liebe dich», sagte er und überreichte seiner Frau eine wahrscheinlich sehr teure Türler-Uhr, die sie sofort heftig liebkoste. Es war ein schöner Moment, nicht nur für die Journalisten, die etwa die Hälfte der anwesenden Gäste ausmachten. Man war berührt, jeder auf seine eigene Weise. Doch nun wollte man zum gemütlichen Teil übergehen. Und vielleicht ist das die Stelle, um zu sagen, wer sonst noch da war: Vera Dillier, sie kam mit einem bedeutend jüngeren Mann (man wartet schon auf ihr Buch, das ­so was wie die Antithese zu Irina Bellers darstellen dürfte). Dann Eugen «Who Is Who» Baumgartner, der dem Schreibenden während des Wasserlassens gestand, dass er täglich eingeladen werde an Partys von Leuten, die gerne im nächsten «Who Is Who» wären. Dann der Grünliberale Martin Bäumle, dessen Frau sich offenbar blendend mit Irina Beller versteht. Im Gespräch einigte man sich später darauf, dass osteuropäische Frauen einfach irgendwie anders seien als andere Europäerinnen. Ja, und irgendwie stimmte das auch an diesem Abend.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.05.2014, 07:12 Uhr

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