Gericht verringert Strafen gegen 'Ndrangheta-Mitglieder

Die Urteile gegen 110 Mafiosi wurde von einem Berufungsgericht in Mailand bestätigt. Das Strafmass wurde jedoch bei 40 Angeklagten gelockert.

Muss definitiv ins Gefängnis: Mafia-Mitglied bei der Festnahme. (Archivbild)

Muss definitiv ins Gefängnis: Mafia-Mitglied bei der Festnahme. (Archivbild) Bild: Keystone

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Ein Berufungsgericht in Mailand hat die Verurteilung von 110 Mitgliedern der berüchtigten Mafia-Organisation 'Ndrangheta bestätigt. Es verringerte die im November 2011 in erster Instanz verhängten Strafen allerdings bei 40 Angeklagten leicht.

Das Gericht lockerte am Dienstag die Strafe für Cosimo Barranca, der als Chef des Mafia-Clans in Mailand gilt. Er muss statt 14 nur zwölf Jahre hinter Gitter, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete.

Den 110 Verurteilten wurden Verbrechen in der norditalienischen Region Lombardei zur Last gelegt. Die 'Ndrangheta ist eigentlich im süditalienischen Kalabrien ansässig, sie dehnte ihre Aktivitäten jedoch zusehends auf den Norden des Landes aus.

In den vergangenen Jahrzehnten entwickelte sich die 'Ndrangheta zur mächtigsten und berüchtigtsten der vier Mafia-Organisationen in Italien, zu der auch noch die Camorra in der Gegend um Neapel, die Cosa nostra in Sizilien und die Sacra corona unita im südöstlichen Apulien gehören.

Die Verästelungen der 'Ndrangheta, die insbesondere im Handel mit Kokain und anderen Drogen aktiv ist, reichen bis nach Deutschland, Kanada oder Australien. Die Mafia-Organisation setzt Schätzungen zufolge dutzende Milliarden Euro um. (chk/sda)

Erstellt: 24.04.2013, 05:27 Uhr

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