Giftbrief-Fall nimmt kuriose Wendung

Die US-Polizei hat im Zusammenhang mit dem mutmasslichen Giftbrief an Präsident Obama das Haus eines zweiten Mannes durchsucht. Er steht in Verbindung mit dem ersten, mittlerweile freigelassenen Verdächtigen.

Noch keine Vorwürfe erhoben: FBI-Agenten durchsuchen das Haus eines zweiten Mannes in Tupelo, Mississippi. (23. April 2013)

Noch keine Vorwürfe erhoben: FBI-Agenten durchsuchen das Haus eines zweiten Mannes in Tupelo, Mississippi. (23. April 2013) Bild: Keystone

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Nach der Freilassung eines ersten Verdächtigen im Zusammenhang mit den mutmasslichen Giftbriefen an US-Präsident Barack Obama hat die Polizei nun einen zweiten Mann ins Visier genommen.

Polizisten in Schutzanzügen durchsuchten am Dienstagabend (Ortszeit) das Haus des Mannes, der kurioserweise im Streit mit dem bisher der Tat verdächtigten Elvis-Presley-Imitator Paul Kevin Curtis liegt. Die Behörden erhoben gegen den neuen Verdächtigten bisher keine Vorwürfe und liessen ihn auf freiem Fuss.

«Ich esse doch gar keinen Reis»

Unklar blieb zunächst, ob die Beamten der US-Bundespolizei FBI in seinem Anwesen im Bundesstaat Mississippi während der stundenlangen Durchsuchung auf Indizien stiessen, die helfen könnten, den Fall der mutmasslichen Giftbriefe aufzuklären. Die Schreiben mit der hochgiftigen Substanz Rizin waren an Obama, einen Senator und einen Richter in Massachusetts geschickt worden.

Im Haus und dem Auto des 45-jährigen Curtis, der seine Unschuld in dem Fall wiederholt beteuerte, hatten Beamte keine Spuren von Rizin entdeckt. Die Vorwürfe gegen ihn zogen die Ermittlungsbehörden am Dienstag ohne weitere Erklärung zurück. Curtis zeigte sich nach seiner Freilassung weiter völlig fassungslos: «Ich dachte, die Ermittler fragten mich nach ‹Reis›. Und ich sagte ihnen, ich esse doch gar keinen Reis.»

Verdächtige streiten sich seit 2010

Auch der jetzt Verdächtige sagt, keine Ahnung davon zu haben, wie man Rizin herstelle. Er und Curtis kennen sich seit langem und liegen im Streit. Den letzten Kontakt hatten sie 2010. Beide vermuten, dass ein Dritter ihnen die Giftbriefe anhängen wolle. «Ich bin ein patriotischer Amerikaner, ich habe die Briefe nicht abgeschickt», sagte der Mann, der sich 2007 als republikanischer Kandidat für die Wahl des US-Repräsentantenhauses aufstellen liess, aber verlor.

Der Fall der mutmasslichen Giftbriefe hatte sich von Anfang an sehr merkwürdig dargestellt. Er wurde vergangene Woche kurz nach dem Bombenanschlag auf den Bostoner Stadtmarathon bekannt, bei dem drei Menschen starben und 188 verletzt wurden. (kle/chk/fko/sda/AP)

Erstellt: 24.04.2013, 14:04 Uhr

US-Ermittler lassen Vorwürfe gegen Giftbrief-Verdächtigen fallen. (Video: Reuters )

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