Steinschlag am Gotthard: Fels beschädigt Trassee

Die Gotthardbahnstrecke ist gesperrt. Neue Bilder zeigen die durch einen Steinschlag zertrümmerten Geleise zwischen Göschenen und Erstfeld UR. Im Nord-Süd-Verkehr hat sich heute eine weitere Störung ereignet.

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Am Tag nach dem Felssturz in Gurtnellen UR ist die Nord-Süd-Achse der SBB von einem weiteren Unterbruch betroffen. Eine Stellwerkstörung hat laut SBB heute Morgen dazu geführt, dass zwischen Wauwil und Sursee im Kanton Luzern keine Züge mehr verkehren.

Die Meldung über die Stellwerkstörung kam laut SBB-Medienstelle kurz vor 10 Uhr. Konkret können die Signale nicht mehr bedient respektive auf Grün gestellt werden. Wie lange die Behebung dieses Defektes dauert, ist nicht bekannt. Unter Umständen könne die Sperrung schnell wieder aufgehoben werden, heisst es bei der SBB.

Fernverkehrszüge auf der Nord-Süd-Achse werden nun über Aarau und Rotkreuz ZG umgeleitet. Die Züge aus Genf nach Luzern werden in Zofingen gewendet. Zwischen Nebikon und Sursee werden Bahnersatzbusse eingesetzt. Deren Kapazitäten seien allerdings sehr beschränkt. Die Reisezeit verlängert sich dadurch.

Information zu Gurtnellen am Nachmittag

Über die Situation in Gurtnellen und das weitere Vorgehen werden die Medien von der SBB heute Nachmittag orientiert. Der Absturz von rund 150 Kubikmetern Gestein hatte gestern kurz vor 16.30 Uhr die Gotthardstrecke der SBB bei Gurtnellen UR unterbrochen. Personen kamen keine zu Schaden. Die Sperrung dauert voraussichtlich mehrere Tage.

Der Felsabbruch ereignete sich nahe jener Stelle, an der bereits im vergangenen Juni ein Felssturz niedergegangen war, wie die SBB mitteilen. Ein Teil des Gerölls verschüttete die Gotthard-Bahnlinie.

Alarm funktionierte

Die neu installierte Anlage zur Überwachung des Geländes funktionierte einwandfrei: Der Steinschlag löste einen automatischen Alarm aus, worauf die Züge rechtzeitig gestoppt werden konnten. Auch Personen wurden bei dem Steinschlag gemäss ersten Erkenntnissen keine verletzt.

Die Gotthardstrecke bleibt jedoch vorläufig komplett unterbrochen. Für Reisen von und nach Süden müsse mehr Zeit eingerechnet werden, schreiben die SBB. Passagiere aus dem Grossraum Basel, Olten, Aarau und Bern würden auf die Lötschberg-Simplon-Achse gelenkt.

Für Reisende aus Zürich und Luzern stehen zwischen Flüelen und Göschenen Ersatzbusse im Einsatz. Die Passagiere müssten mit rund einer Stunde mehr Reisezeit rechnen, schreiben die SBB.

SBB wollen Stelle bei Tageslicht untersuchen

Am Donnerstag werden Geologen eine erste Einschätzung der Situation vornehmen. Die Experten müssten die Stelle auch bei Tageslicht untersuchen können, sagte eine SBB-Sprecherin der Nachrichtenagentur sda. Unklar war am Mittwochabend auch das Ausmass des Schadens an den Bahnanlagen.

Bereits am 5. Juni dieses Jahres hatte ein Erdrutsch in Gurtnellen die Gleise verschüttet. 2000 bis 3000 Kubikmeter Gestein stürzten auf die Geleise. Dabei wurden drei Personen verschüttet, die im Gebiet mit Felssicherungsarbeiten beschäftigt waren. Eine Person konnte nur noch tot geborgen werden. Die Gotthardachse blieb danach während vier Wochen unterbrochen. (mw/sda)

Erstellt: 14.11.2012, 17:18 Uhr

Felssturz am Gurtnellen. (15. November 2012)

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