Interlaken

Guisans Bunker verkauft

In Interlaken hat die Armee das Batterielager und den Stollen Möösli verkauft. Dahinter verbirgt sich ein Objekt mit brisanter Vergangenheit.

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Die Armee hat das Batterielager und den Stollen Möösli an der Wagnerenstrasse in Interlaken verkauft. Dies bestätigt Armasuisse-Informationschef Kaj-Gunnar Sievert . «Diese Liegenschaft wurde nach öffentlicher Ausschreibung und Verzicht der Gemeinde Interlaken auf ihr faktisches Vorkaufsrecht dem Meistbietenden zugesagt», erklärt Sievert.

Ausgeschrieben war die Liegenschaft für 900'000 Franken. Über den Käufer und dessen Absichten für die Nutzung des 2523 Quadratmeter grossen Areals will Sievert keine Auskunft geben. Auf dem Grundbuchamt Oberland in Interlaken wurde der Eigentümerwechsel bis am Donnerstag noch nicht gemeldet. «Massgebend für die Nutzung sind die entsprechenden Bau- und Zonenvorschriften», sagt Sievert.

Gemäss Zonenplan liegt die Liegenschaft in der Arbeitszone A. Das bedeutet, dass gemäss Baureglement alle Arbeitstätigkeiten zulässig sind, auch Verkaufsnutzungen. Die Betriebsleitung und die an den Standort gebundenen Mitarbeitenden dürften die Liegenschaft ausserdem auch zum Wohnen nutzen.

Ein Ofen für den General

Sievert bestätigt, dass die Liegenschaft inklusive sämtlicher sich darauf befindenden Gebäude und Anlagen verkauft worden sei – dazu zählt auch der Stollen Möösli. In dieser Kaverne befand sich ein Schutzraum des Generals Henri Guisan. Dies belegt ein Brief des Hauptmanns Marguth betreffend Kaverne Wagnerenschlucht vom 21. Januar 1944 aus dem Bundesarchiv, welcher dieser Zeitung vorliegt. Darin steht, der vordere Raum der Kaverne sei durch einfache Bretterwände zu unterteilen. «Zudem wird zum bestehenden Ofen ein kleinerer Ofen in den für den Herrn General bestimmten Raum einzusetzen sein.»

Im Buch «Geheime Kommandoposten der Armeeführung im Zweiten Weltkrieg» von Hans-Rudolf Maurer ist die Umnutzung der Kaverne ebenfalls beschrieben. «Die Ausstattung war nicht komfortabel, aber zweckmässig», heisst es dort. Als Schlafstelle für den General und die übrigen Offiziere seien Matratzen vorgesehen gewesen. Die Kaverne sollte im Falle eines Angriffs als geschützter Arbeitsplatz für Guisan und den engsten Stab dienen. Da es aber zu keinem Angriff kam, hatte Guisan keinen Grund, sich in den Schutzraum zu begeben. Er hielt sich vorwiegend in der Villa Cranz, der heutigen Gemeindeverwaltung, auf. (Berner Oberländer)

Erstellt: 19.12.2014, 11:00 Uhr

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