Aarberg

Haben Broncos Jugendliche schikaniert?

Der Sicherheitsdienst der Broncos kontrollierte am Wochenende eine Gruppe Schüler. Das sei nicht rechtens, sagt der Experte.

Broncos haben in Aarberg Personen kontrolliert. (Symbolbild)

Broncos haben in Aarberg Personen kontrolliert. (Symbolbild) Bild: Walter Pfäffli

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Ein gemütlicher Abend unter der Holzbrücke beim Aarbiente, einem lauschigen Platz an der Aare. Ein paar Neuntklässler der Sekundarschule Aarberg und eine Austauschklasse aus Deutschland lassen gemeinsam die Woche ausklingen. Die Jugendlichen plaudern und lachen, bis plötzlich zwei Sicherheitsleute vorbeikommen.

Diese Szene beschreibt das Forum «Wir Aarberger» in seinem Blog.Gemäss dem Bericht waren am Freitagabend zwei Angestellte eines privaten Sicherheitsdienstes, der im Auftrag des Gemeinderates für Ruhe und Ordnung sorgen soll, beim Aarbiente unterwegs. Klar ist, dass es sich um Angehörige der Broncos Security handelte. Der Vorwurf: Sie hätten bei den Neuntklässlern angehalten und Personenkontrollen durchgeführt.

«Vorgehen absolut nicht korrekt»

«Eingeschüchtert vom Auftreten der Sicherheitsleute, übergab ein Schüler seinen Ausweis», schreibt das Forum weiter. Er habe gedacht, er müsse dies tun. Dabei hätten die Sicherheitsleute keine Befugnis, Kontrollen dieser Art durchzuführen. Sie hätten auch den Ausweis des Jugendlichen fotografiert und ihm gedroht, dass sie auf ihn zurückkämen, falls er am späteren Abend Abfall herumliegen lasse oder sonst wie Probleme entstehen würden.

«Dieses Vorgehen war absolut nicht korrekt», sagt Markus Nobs vom Forum, einer Gruppe vorwiegend parteiloser Bürger. Solche Personenkontrollen dürften nicht mehr vorkommen. «Der Gemeinderat sollte den privaten Sicherheitsdienst rechtzeitig an die kurze Leine nehmen.» Ab 1.Juli gilt ein neues Polizeireglement. Darin steht, dass beigezogene Dritte «keine hoheitlichen Befugnisse» haben.

«Das Forum übertreibt»

Gemeinderat Marc Moser (SVP) kann den Aussagen des Berichts allerdings nicht zustimmen: «Wir haben eine Stellungnahme der Sicherheitsleute erhalten. Das Forum übertreibt völlig.» Es sei sehr wichtig, dass die Patrouillen korrekt ablaufen würden, und deshalb erhalte er nach jedem Einsatz einen Rapport.

«Ich vertraue den Broncos», sagt Moser und fügt hinzu: «Sie dürfen sehr wohl Personenkontrollen durchführen. Sie können jedoch niemanden dazu zwingen, den Ausweis vorzuweisen.» Die Aarberger seien darüber an der Gemeindeversammlung informiert worden.

«Am Wochenende geht bei den Jugendlichen die Post ab, das ist einfach so», sagt Moser. Die Broncos seien deshalb nicht ohne Grund unterwegs. Peter Widmer, der Geschäftsleiter des Sicherheitsdienstes, wollte zu den Vorwürfen des Forums keine Stellung nehmen.

Gewaltmonopol verletzt

Für Polizeirechtsexperte Markus Mohler ist klar, dass die Broncos nicht wie geschildert hätten handeln dürfen. Im Fall von Schwierigkeiten hätten sie die Polizei informieren müssen, sagt der Jurist und ehemalige Polizeikommandant und Staatsanwalt.

«Es geht um nichts anderes als um die Respektierung des staatlichen Gewaltmonopols.» Private Sicherheitsleute dürften keine Personen kontrollieren, das sei eine hoheitliche Handlung. «Und falls sie Adressen aufgenommen oder Fotos gemacht haben, müssen sie diese augenblicklich löschen.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.06.2015, 07:49 Uhr

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