Hausbesetzer-Protest artet aus: Über 100 verletzte Polizisten

Über 7000 Demonstranten protestierten in Hamburg gegen die Schliessung des Kulturzentrums Rote Flora. Es kam zu gewalttätigen Zusammenstössen und grosser Sachbeschädigung.

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Nach Ausschreitungen im Hamburger Schanzenviertel ist gestern eine Demonstration für den Erhalt des linken Kulturzentrums Rote Flora aufgelöst worden. Nach Polizeiangaben nahmen rund 7300 Menschen an der Kundgebung teil, darunter rund 4700 gewaltbereite Demonstranten.

Nachdem die Polizei mit Steinen und Flaschen bewarfen worden war, setzte sie Wasserwerfer ein und löste die Versammlung auf. Mehr als hundert Beamte wurden verletzt. Wie die Hamburger Polizei am späten Abend mitteilte, kam es bereits kurz nach Beginn der Proteste auf dem Schulterblatt zu Zusammenstössen. Demnach wurde die Polizei gezielt mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen. Die Polizei, die mit mehr als 3100 Beamten im Einsatz war, habe daraufhin den Aufzug gestoppt und Wasserwerfer eingesetzt. Da vermummte Demonstranten die Polizei auch von einer Bahnbrücke mit Steinen beworfen hätten, sei der Bahnverkehr unterbrochen worden.

Sparkasse und Läden zerstört

Rund zwei Stunden nach ihrem Beginn sei die Demonstration dann für aufgelöst erklärt worden. Nach Angaben der Polizei beschädigten Teilnehmer der Demonstration im Anschluss eine Drogeriemarkt, eine Sparkasse und andere Geschäfte im Umfeld der Kundgebung. Im Viertel St. Pauli und rund um die Reeperbahn seien später mehrere Fahrzeuge und Mülltonnen in Brand gesetzt, Schaufenster eingeschlagen und Polizeiwagen beschädigt worden, erklärte die Polizei.

Ihren Angaben nach wurden auch in anderen Stadtvierteln Polizeiwagen mit Steinen beworfen und die Fensterscheiben von Geschäften eingeschmissen. Insgesamt seien während der Ausschreitungen 117 Polizisten verletzt worden, wovon hätten 16 im Krankenhaus behandelt werden müssen. Es seien zudem 19 Menschen unter dem Verdacht des Landfriedensbruchs festgenommen worden. Ob es auf Seiten der Demonstranten Verletzte gab, war Polizei und Feuerwehr nicht bekannt.

Die Proteste richteten sich gegen die drohende Räumung des linksalternativen Kulturzentrums Rote Flora. Das frühere Theater im Zentrum des Schanzenviertels war 1989 besetzt worden und ist seitdem ein Symbolprojekt der linken Szene. Seit dem Verkauf durch die Stadt an einen Investor droht jedoch die Räumung. Ausserdem richteten sich die Proteste gegen die Zwangsräumung der einsturzgefährdeten Esso-Häuser an der Reeperbahn sowie für ein Bleiberecht für Flüchtlinge.

Weiterzug in Richtung Innenstadt

In Erwartung von gewaltsamen Zusammenstösse hatte die Hamburger Polizei die Innenstadt bereits zuvor zum Gefahrenbereich erklärt. Wie sie mitteilte, könnten gewaltbereite Linksextremisten versuchen, in den Innenstadtbereich zu gelangen. Dies könne zu erheblichen Gefahren für unbeteiligte Bürger führen. In dem Gefahrengebiet können Polizeibeamte je nach Lage Personen kontrollieren, Platzverweise erteilen, Aufenthaltsverbote aussprechen und Menschen in Gewahrsam nehmen. (mw/sda)

Erstellt: 22.12.2013, 09:01 Uhr

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