Hunderte Koalas sterben in den Flammen

Buschbrände in Australien töteten bereits rund dreihundert Koalas, die sich in Baumkronen flüchteten.

Diese Koalas entkamen den Waldbränden und werden im Tierspital behandelt. (Video: Tamedia)

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Wegen der seit Tagen wütenden Buschbrände in Australien hat der östliche Bundesstaat New South Wales für diese Woche den Notstand ausgerufen. Nach Angaben der Feuerwehr sind 40 der 60 Brände in der Region derzeit ausser Kontrolle. «Durch die katastrophalen Wetterbedingungen können sich die Dinge sehr schnell verändern», sagte die Regierungschefin des bevölkerungsreichsten Bundesstaates am Montag in Sydney. «Halten Sie sich um Gottes willen vom Buschland fern», warnte sie die Menschen in der Region.

Auch die Tierwelt ist vom Inferno betroffen. Tierschützer gehen derzeit davon aus, dass im Reservat Lake Inn an der Küste von New South Wales mindestens die Hälfte der 500 bis 600 dort lebenden Koalas verbrannt sei. Rund zwei Drittel des Lebensraums der Tiere sollen bereits von den Bränden zerstört worden sein.

Helfer hatten in den vergangenen Tagen bereits einzelne verletzte Tiere in das Koala-Krankenhaus in Port Macquarie gebracht. Die Leiterin der Klinik, Sue Ashton, sprach von einer «nationalen Tragödie».

Wenn Feuer ausbricht, dann klettern Koalas in die Kronen der Bäume und rollen sich zu einem kleinen Ball zusammen. Kleinere Brände, bei denen das Feuer in der Nähe des Bodens bleibt, können die Tiere mit leicht verkohltem Rückenfell überleben, doch wenn die Flammen meterhoch über die Baumkronen schlagen, «verbrennen sie bei lebendigem Leib», so Ashton.

Cheyne Flanagan kämpft normalerweise im Spital für das Leben der kleinen Tiere. Die NZZ schreibt, dass die Hoffnung, noch überlebende Koalas zu finden, sinke. Flanagan sagt: «Wir werden die Tiere, die an schweren Verbrennungen leiden, human von ihren Schmerzen erlösen.»

Grossraum Sydney bedroht

Bei Dutzenden Buschbränden im Osten des Landes sind seit vergangener Woche mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Rund 100 weitere wurden verletzt, darunter 20 Feuerwehrleute. Mehr als 150 Häuser und Wohnungen wurden von den Flammen beschädigt. Mindestens 40 Schulen wurden bereits geschlossen. Bisher ist den Behörden zufolge eine Fläche von knapp einer Million Hektar Land betroffen.

Anstehende Rekordhitze

Angesichts der Wetterprognosen dürfte sich die Lage an der australischen Ostküste am Wochenende leicht beruhigen. Der starke Wind sowie die Gluthitze sollen sich laut Wettervorhersage in den kommenden Tagen abschwächen. Wegen der anhaltenden Dürre und der geringen Luftfeuchtigkeit bleibt die Lage den Behörden zufolge aber weiterhin ernst. Feuerwehrchef Shane Fitzsimmons warnte am Freitag vor «sehr dynamischen, unberechenbaren und gefährlichen Umständen». Für den anstehenden Sommer in Australien bereitet sich das Land auf Temperaturen in Rekordhöhe vor. (fss/sda)

Erstellt: 13.11.2019, 07:07 Uhr

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