«Ich bin nicht mehr der stramme muslimische Sozialist»

Viel Witz und Spott beim alljährlichen Pressedinner in Washington: Barack Obama machte sich Gedanken über sein Alter und eine neue Frisur. Wie üblich waren neben Politikern auch zahlreiche Stars zu Gast.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

US-Präsident Barack Obama hat bei dem traditionellen Galadinner mit der Presse sich selbst und seine Gegner auf den Arm genommen. Obama sprach gestern Abend bei der Veranstaltung in einem Washingtoner Hotel über die Chancen, die von seinen republikanischen Widersachern als zu radikal kritisierte Agenda umzusetzen.

Dabei räumte der 51-Jährige ein, im Amt gealtert zu sein. «Wenn ich heute so in den Spiegel schaue, muss ich zugeben, dass ich nicht mehr der stramme junge muslimische Sozialist bin, der ich einmal war.» In konservativen Kreisen in den USA wird unter anderem wegen Obamas zweitem Vornamen Hussein das Gerücht gestreut, er sei Muslim und nicht in den USA geboren.

Um besser anzukommen, will sich Obama ein Beispiel an seiner Ehefrau Michelle nehmen, die kürzlich mit einer neuen Frisur Furore gemacht hatte. «Ich habe einen von Michelles Tricks versucht», verriet der Präsident mit Blick auf die Haarfrisur, die sich die First Lady rechtzeitig zur zweiten Amtseinführung im Januar zugelegt hatte. Der US-Präsident zeigte eine Fotomontage von sich mit einem Pony in der Stirn, wie ihn Michelle nun trägt.

Zum Abschluss seiner launigen Ansprache setzte Obama aber auch eine ernste Note: Er dankte den Medien für ihre verantwortungsvolle Reaktion auf die Anschläge in Boston und die Explosion einer Düngemittelfabrik in Texas. Es seien sehr schwere Tage für zu viele Menschen gewesen, sagte Obama. Er erinnerte an die Hilfsbereitschaft und Selbstlosigkeit der Mitbürger, die Licht in die Dunkelheit dieser Tragödien gebracht habe.

Stelldichein der Weltstars

Unter den Gästen bei dem Dinner der beim Weissen Haus akkreditierten Korrespondenten waren in diesem Jahr unter anderem der südkoreanische Rapper Psy, US-Schauspielerin und Sängerin Barbra Streisand und die Schauspieler Bradley Cooper, Michael J. Fox, Kevin Spacey und Michael Douglas. Auch die Regisseure Steven Spielberg und George Lucas waren unter den 3000 Vertretern von Medien, Politik, Unterhaltung und Sport.

Der Präsident ist stets der Stargast beim alljährlichen Correspondents' Dinner. Es war somit schon das fünfte Mal, dass Obama dort eine Rede hielt. (fko/AFP/sda)

Erstellt: 28.04.2013, 10:43 Uhr

Bildstrecke

Das Korrespondenten-Dinner 2013

Das Korrespondenten-Dinner 2013 US-Präsident Barack Obama hat bei dem traditionellen Galadinner mit der Presse in Washington sich selbst und seine Gegner auf den Arm genommen.

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Tingler Dummheit als Ware

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Die Welt in Bildern

Reif für die Insel: Die philippinische Insel Boracay ist wieder für Touristen geöffnet. Sie war wegen Umweltprobleme geschlossen worden. Viele Hotels und Geschäfte sollen ihr Abwasser samt Fäkalien jahrelang ins Meer geleitet haben. Hier ist die vulkanische Formation Williy's Rock auf der Insel zu sehen. (16. Oktober 2018)
(Bild: EPA/Mark R. Cristino) Mehr...