Bern

Im September reisen Ursina und Berna nach Rumänien

Der Abschied von den Berner Jungbären rückt näher: Voraussichtlich nächsten Monat siedeln Ursina und Berna nach Rumänien über. Dieser Umzug beunruhigt unzählige Bärenfreunde. Der Bärenpark reagiert nun.

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Der Bär ist nicht nur das Wahrzeichen Berns, er weckt hier auch immer wieder heftige Emotionen. Das jüngste Beispiel betrifft die jüngsten Berner Bären: Ursina und Berna. Ihr Umzug in die Bärenauffangstation im rumänischen Zarnesti rückt näher, und die Verantwortlichen des Bärenparks sind mit vielen Fragen konfrontiert: «Der Informationsbedarf ist riesig», sagt Tierparkdirektor Bernd Schildger.

«Unsinnige Vorurteile»

Schildger findet es grundsätzlich schön, dass die Bernerinnen und Berner solch grossen Anteil am Leben «ihrer» Bären nehmen. Hingegen ärgert er sich darüber, dass «unsinnige Vorurteile» über Rumänien und die ausgewählte Bärenstation umhergeistern. «Es gibt Leute, die unterstellen den Rumänen, sie seien allesamt Tierquäler, und artgerechte Bärenhaltung sei dort nicht möglich. Das ist Blödsinn.» Im Gegensatz zur Schweiz sei es in Rumänien noch gang und gäbe, dass Bären in der Wildnis leben könnten – gemeinsam mit Menschen. Natürlich gebe es in Rumänien Tierquälerei an Tanz- oder Zirkusbären. «Aber eben das Schicksal solcher Bären verbessert die Bärenstation.»

Auch den oft gehörten Einwand, zwei Schweizer Bären nähmen den gequälten rumänischen den Platz weg, lässt der Tierparkdirektor nicht gelten. Der Umzug von Ursina und Berna sei der Anfang einer Zusammenarbeit. Die Bärenpark-Stiftung und die Stadt Bern werden die Auffangstation in Rumänien in den kommenden Jahren finanziell unterstützen und so deren Ausbau ermöglichen. «Ursina und Berna nehmen keinen Platz weg. Sie bringen neuen Platz mit.»

Beim Bärenpark nimmt man die Ängste der Bärenfreunde ernst und reagiert darauf. Ein ausführlicher Bericht von Tierparkkurator Marc Rosset über seinen Besuch in Rumänien ist auf der Homepage des Bärenparks aufgeschaltet. Zahlreiche Bilder zeigen ein Gelände und zwei Gehege, von deren Lage und Grösse Berner Bären nur träumen können. «Ich war mit zwei Tierparkmitarbeitern vor Ort und kann die Station in Zarnesti nur loben», sagt Rosset.

Bären reisen im Lastwagen

Das genaue Datum des Umzugs steht noch nicht fest. Es dürfte aber im September sein. Festgelegt wird es, wenn alle Formalitäten geklärt sind. Im Moment liegt die Ausfuhrgenehmigung für die Bärinnen vor. Die Einfuhrerlaubnis fehlt aber noch. Klar ist, dass Ursina und Berna auf dem Landweg nach Rumänien reisen. Die Maschinen, die Bukarest regulär anfliegen, könnten technisch bedingt nur Kisten laden, die für einen Bären zu niedrig wären, erklärt Rosset. «Darum planen wir den Transport auf der Strasse.» Die Bären werden narkotisiert und in je eine Kiste gelegt. Während der Fahrt sind sie wach. In den Boxen können sie aufrecht stehen, sich drehen und fressen. Der Anhänger ist klimatisiert.

Beim Bärenpark prüft man nun, wie man den Fans den Abschied von Ursina und Berna erleichtern könnte. «Wir werden nicht das genaue Datum kommunizieren, an dem die Bären umziehen, aber wohl den Zeitraum», sagt Schildger. So könne man die Bären noch einmal besuchen. Am Tag X bräuchten die Tiere aber Ruhe vor der langen Reise. (Berner Zeitung)

Erstellt: 06.08.2011, 11:15 Uhr

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